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Pädiatrische Urologie

In der pädiatrischen Urologie werden urologische Erkrankungen des Kindesalters wie Hypospadie, Hodenhochstand und vesikoureteraler Reflux operativ von Experten behandelt.

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Die Kinderurologie ist ein spezialisiertes chirurgisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose sowie der medizinischen und chirurgischen Behandlung von angeborenen oder erworbenen Erkrankungen der Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre und Genitalorgane bei Kindern von der Geburt bis zum Ende der Adoleszenz befasst. Urogenitale Erkrankungen bei Kindern weisen erhebliche Unterschiede zu denen bei Erwachsenen auf; da sich die Organe noch im Entwicklungsprozess befinden, müssen chirurgische Techniken angepasst und langfristige Auswirkungen auf das Wachstum berücksichtigt werden. Daher ist die Beurteilung durch auf Kinderurologie spezialisierte Ärzte von entscheidender Bedeutung.

Umfang der Kinderurologie

Die Abteilung für Kinderurologie befasst sich mit einem breiten Spektrum an Erkrankungen, darunter angeborene Nieren- und Harnleiteranomalien, Hypospadie, Hodenhochstand, vesikoureteraler Reflux, Blasenfunktionsstörungen, Harninkontinenz, Komplikationen nach Beschneidungen, Varikozele, Hydrozele, Leistenhernien, Nierensteine und urogenitale Tumoren. Auch die postnatale Nachsorge und Behandlungsplanung von pränatal diagnostizierten Anomalien des Harntrakts fallen in den Zuständigkeitsbereich dieser Abteilung.

Kinderurologen wählen je nach Alter des Kindes und Art der Erkrankung verschiedene chirurgische Techniken wie offene Chirurgie, laparoskopische Chirurgie und endoskopische Eingriffe aus. Minimalinvasive Methoden bieten den Vorteil eines kürzeren Krankenhausaufenthalts und einer schnelleren Genesung.

Häufige urologische Erkrankungen im Kindesalter

Urologische Probleme bei Kindern können angeboren oder erworben sein. Die rechtzeitige Erkennung und angemessene Behandlung dieser Erkrankungen ist entscheidend für den Erhalt der Nierengesundheit und die Sicherung der normalen Entwicklung des Kindes.

  • Hypospadie: Eine Fehlbildung bei Jungen, bei der die Harnröhrenöffnung (Meatus) nicht an der Spitze, sondern an der Unterseite des Penis liegt. Es handelt sich um eine der häufigsten angeborenen Genitalanomalien. Sie kann in verschiedenen Schweregraden auftreten, von leichten Formen bis hin zu schweren proximalen Typen. Die chirurgische Korrektur erfolgt in der Regel zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensmonat.
  • Hodenhochstand (Kryptorchismus): Wenn der Hoden bei der Geburt nicht im Hodensack (Skrotum) abgestiegen ist. Dies kann einseitig oder beidseitig auftreten. Ein spontaner Abstieg kann bis zum sechsten Lebensmonat abgewartet werden; erfolgt dieser nicht, wird ein chirurgischer Eingriff (Orchidopexie) empfohlen. Ein unbehandelter Hodenhochstand erhöht das Risiko für spätere Unfruchtbarkeit und Hodentumoren.
  • Vesikoureteraler Reflux (VUR): Der Rückfluss von Urin aus der Blase in die Nieren. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für wiederkehrende Harnwegsinfektionen. Während leichte Grade spontan abheilen können, ist bei schweren Fällen eine chirurgische Behandlung erforderlich. Eine regelmäßige Überwachung ist unerlässlich, um Nierenschäden zu vermeiden.
  • Hydronephrose: Eine Erweiterung des Nierenbeckensystems. Dies ist die häufigste bei pränatalen Ultraschalluntersuchungen festgestellte Anomalie des Harntrakts. Ursachen können Verengungen wie die Ureteropelvine-Übergangsstenose, die Ureterovesikale-Übergangsstenose oder posteriore Urethraklappen sein. Leichte Fälle werden beobachtet, während bei schweren Obstruktionen eine chirurgische Korrektur erfolgt.
  • Posteriore Urethraklappen: Eine angeborene membranöse Struktur in der Harnröhre bei Jungen, die den Urinfluss behindert und zu beidseitiger Hydronephrose sowie Nierenschäden führen kann. Eine frühzeitige Diagnose und endoskopische Ablation sind entscheidend für den Erhalt der Nierenfunktion.
  • Blasenfunktionsstörungen: Überaktive Blase, Miktionsstörungen und neurogene Blase können bei Kindern zu Inkontinenz, häufigem Wasserlassen und Harnwegsinfektionen führen. Nach der Diagnose mittels urodynamischer Untersuchung werden eine medikamentöse Therapie, Verhaltenstherapie oder ein intermittierender Selbstkatheterismus geplant.
  • Enuresis (Bettnässen): Nächtliches Einnässen (nächtliche Enuresis) sollte abgeklärt werden, wenn es über das fünfte Lebensjahr hinaus anhält. Es gibt monosymptomatische und nicht-monosymptomatische Formen. Es werden Verhaltenstherapie, Klingeltherapie und bei Bedarf medikamentöse Behandlungen angewendet.
  • Hydrozele und Leistenhernie: Flüssigkeitsansammlungen um den Hoden (Hydrozele) und der Austritt von Bauchorganen durch den Leistenkanal (Hernie) sind häufige chirurgische Probleme bei Kindern. Kommunizierende Hydrozelen und Hernien erfordern eine chirurgische Behandlung.
  • Varikozele: Eine Erweiterung der Venen, die den Hoden versorgen. Sie tritt meist in der Pubertät auf und ist häufiger auf der linken Seite zu finden. Wenn die Hodenentwicklung beeinträchtigt ist, erfolgt eine chirurgische Korrektur.
  • Nierensteine: Bei Kindern können Nieren- und Harnwegssteine aufgrund von Stoffwechselstörungen, unzureichender Flüssigkeitszufuhr und Infektionen entstehen. Stoßwellenlithotripsie (ESWL), Ureterorenoskopie und perkutane Nephrolitholapaxie sind Behandlungsoptionen.
  • Beschneidung und Komplikationen: Die Beschneidung ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe im Kindesalter. Phimose, Paraphimose und Komplikationen nach einer Beschneidung werden im Rahmen der Kinderurologie behandelt.

Diagnostische Methoden

In der Kinderurologie ist eine korrekte Diagnose entscheidend, um die geeignete Behandlungsstrategie festzulegen und unnötige chirurgische Eingriffe zu vermeiden. Dank moderner Diagnoseverfahren können Erkrankungen frühzeitig und präzise erkannt werden.

  • Ultraschall: Das bildgebende Verfahren der ersten Wahl zur Beurteilung von Nieren, Blase und Genitalorganen. Da es strahlungsfrei und wiederholbar ist, bietet es bei Kindern große Vorteile. Hydronephrose, Nierensteine, Blasenwanddicke und Restharnmessungen werden mittels Ultraschall beurteilt.
  • Miktionszystourethrographie (MCUG): Die Darstellung von Blase und Harnröhre mittels Kontrastmittel. Dies ist der Goldstandard bei der Diagnose von vesikoureteralem Reflux, posterioren Urethraklappen und Harnröhrenanomalien.
  • Nuklearmedizinische Untersuchungen: Die DMSA-Szintigraphie zeigt Nierenparenchymschäden und die funktionelle Verteilung. Die MAG-3-Szintigraphie beurteilt die Abflussfunktion und bestimmt den Grad der Obstruktion. Unterschiedliche Nierenfunktionsanteile spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für eine Operation.
  • Magnetresonanz-Urographie (MRU): Ein strahlungsfreies, fortschrittliches bildgebendes Verfahren, das anatomische und funktionelle Informationen kombiniert. Es ermöglicht eine detaillierte Beurteilung bei komplexen Harnwegsanomalien.
  • Urodynamik: Die objektive Messung der Blasenfunktionen. Blasenkapazität, Druck-Fluss-Beziehung und Schließmuskelaktivität werden bewertet. Dies ist die grundlegende Untersuchung bei der Diagnose von neurogener Blase und Miktionsstörungen.
  • Zystoskopie: Die endoskopische Untersuchung von Blase und Harnröhre. Sie kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt werden.
  • Laboruntersuchungen: Urinanalyse, Urinkultur, Nierenfunktionstests, Messung von steinbildenden Metaboliten im 24-Stunden-Urin und Hormontests sind grundlegende Labormethoden.

Behandlungsansätze

Die Behandlung in der Kinderurologie reicht von konservativen Methoden bis hin zu fortgeschrittenen chirurgischen Techniken. Die Entscheidung wird basierend auf der Art und Schwere der Erkrankung sowie dem Allgemeinzustand des Kindes getroffen.

Konservative Behandlung und Überwachung: Bei leichter Hydronephrose, niedriggradigem vesikoureteralem Reflux und nicht-kommunizierenden Hydrozelen kann eine Abwartestrategie mit regelmäßigen Ultraschallkontrollen angewendet werden. In vielen Fällen zeigt sich eine spontane Besserung.

Medikamentöse Behandlung: Antibiotikatherapie bei Harnwegsinfektionen, Anticholinergika bei Blasenfunktionsstörungen, Desmopressin bei Enuresis und metabolische Einstellungen bei Nierensteinen bilden die medizinischen Komponenten der Behandlung. Eine prophylaktische Antibiotikagabe kann bei Patienten mit Risiko für wiederkehrende Infektionen zum Schutz der Nieren eingesetzt werden.

Endoskopische Eingriffe: Die Ablation von posterioren Urethraklappen, endoskopische Injektionstherapie bei vesikoureteralem Reflux, Ureterozele-Inzision und Ureterorenoskopie bei Steinbehandlungen sind minimalinvasive endoskopische Verfahren. Diese Techniken können auch bei kleinen Kindern sicher angewendet werden.

Laparoskopische und roboterassistierte Chirurgie: Nephrektomie, Pyeloplastik, Ureterreimplantation und Hodenhochstand-Operationen werden mittels laparoskopischer und roboterassistierter Techniken durchgeführt. Sie bieten die Vorteile kleinerer Schnitte, weniger Schmerzen und einer schnelleren Genesung.

Offene Chirurgie: Viele Eingriffe wie Hypospadie-Korrektur, Orchidopexie, Leistenhernien-Operation, Pyeloplastik und Nierenstein-Operationen werden erfolgreich mittels offener Chirurgie durchgeführt. In der Kinderurologie werden durch den Einsatz mikrochirurgischer Techniken und feiner Nahtmaterialien exzellente kosmetische und funktionelle Ergebnisse erzielt.

Verhaltenstherapie und Urotherapie: Blasentraining, zeitgesteuerte Miktionsprogramme, Regulierung der Flüssigkeitsaufnahme und Behandlung von Verstopfung sind wirksame Ansätze bei funktionellen Inkontinenzproblemen. Durch Biofeedback-Therapie lernt das Kind, die Beckenbodenmuskulatur korrekt einzusetzen.

Wann sollte ein Kinderurologe aufgesucht werden?

Ein Kinderurologe sollte konsultiert werden, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Bei pränatalem Ultraschall festgestellte Nieren- oder Harnwegsanomalie
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Probleme mit Einnässen, tagsüber oder nachts
  • Anstrengung beim Wasserlassen, unterbrochener Harnstrahl oder schwacher Harnfluss
  • Hoden sind im Skrotum nicht tastbar oder Asymmetrie
  • Schwellung oder Schmerzen im Genitalbereich
  • Veränderung der Urinfarbe oder Blut im Urin
  • Probleme oder Komplikationen im Zusammenhang mit einer Beschneidung
  • Harnbeschwerden in Verbindung mit Bauch- oder Flankenschmerzen
  • Verdacht auf Nierensteine
  • Schmerzen oder Schwellungen im Skrotum während der Pubertät

Pränatale Diagnose und postnatale Vorgehensweise

Heutzutage können viele Anomalien des Harntrakts durch Ultraschall während der Schwangerschaft erkannt werden. Pränatale Hydronephrose, multizystische dysplastische Niere, Nierenagenesie und posteriore Urethraklappen sind die häufigsten pränatal diagnostizierten Pathologien. Die pränatale Diagnose bietet große Vorteile für die Planung der postnatalen Vorgehensweise, die Aufklärung der Familie und gegebenenfalls die Durchführung der Geburt in einem geeigneten Zentrum.

Bei der postnatalen Beurteilung wird die Diagnose mittels Ultraschall und bei Bedarf mittels MCUG bestätigt und ein Behandlungsplan erstellt. Der Beginn einer Antibiotikaprophylaxe, der Zeitpunkt der Operation und das Nachsorgeprotokoll werden für jeden Patienten individuell festgelegt.

Warum Koru Krankenhaus?

Die Abteilung für Kinderurologie des Koru Krankenhauses bietet jungen Patienten mit ihren spezialisierten Chirurgen moderne und sichere chirurgische Lösungen. Dank fortschrittlicher Operationstechnologien, Kinderanästhesisten und Intensivstationsunterstützung werden alle Arten von urologischen Eingriffen sicher durchgeführt. Durch den effektiven Einsatz minimalinvasiver chirurgischer Techniken werden die Genesungsprozesse unserer Patienten beschleunigt.

In unserem Krankenhaus verfolgen wir einen multidisziplinären Ansatz in enger Koordination mit den Abteilungen für Kindernephrologie, Kinderradiologie und Nuklearmedizin. Durch langfristige Nachsorgeprogramme, die bereits in der pränatalen Phase beginnen, ist die Gesundheit unserer Patienten gesichert. Mit unserer kinderfreundlichen Krankenhausumgebung und unserem familienorientierten Serviceansatz streben wir danach, die Behandlungsprozesse sowohl für das Kind als auch für die Familie so komfortabel wie möglich zu gestalten.

In der Abteilung für Kinderurologie des Koru Krankenhauses stehen Ihnen unsere Fachärzte mit den aktuellsten Diagnose- und Behandlungsmethoden für die urogenitale Gesundheit Ihres Kindes zur Seite. Sie können uns kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren und detaillierte Informationen zu erhalten.

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