Neurologie
In der Neurologie werden Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems, vor allem Schlaganfall, Epilepsie, Parkinson, Alzheimer und Multiple Sklerose, diagnostiziert und behandelt.
Die Neurologie ist der medizinische Fachbereich, der sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskeln befasst. Angesichts der äußerst komplexen Struktur des Nervensystems erfordern die Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen ein hohes Maß an Fachwissen und fortschrittliche Technologie. Die Neurologie-Abteilung des Koru Krankenhauses bietet ihren Patienten eine umfassende neurologische Gesundheitsversorgung mit den aktuellsten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der modernen Medizin.
Struktur und Funktionen des Nervensystems
Das Nervensystem besteht aus zwei Hauptteilen: dem zentralen Nervensystem und dem peripheren Nervensystem. Während das zentrale Nervensystem aus Gehirn und Rückenmark besteht, umfasst das periphere Nervensystem das Nervennetzwerk, das sich in alle Bereiche des Körpers erstreckt. Diese komplexe Struktur ist für die Regulierung von Bewegung, Empfindung, Denken, Gedächtnis, Sprache, Sehen, Gleichgewicht und vielen autonomen Funktionen verantwortlich. Jede Störung im Nervensystem kann zu einer Vielzahl von Symptomen und Funktionsverlusten führen.
Schlaganfall (Zerebrovaskuläre Erkrankungen)
Ein Schlaganfall ist ein neurologischer Notfall, der durch eine Schädigung des Gehirngewebes infolge eines Verschlusses oder einer Blutung der Hirngefäße entsteht. Als eine der weltweit häufigsten Ursachen für Tod und dauerhafte Behinderung ist der Schlaganfall bei frühzeitigem Eingreifen behandelbar.
- Ischämischer Schlaganfall: Dieser Typ, der durch den Verschluss von Hirngefäßen durch ein Blutgerinnsel entsteht, macht etwa achtzig Prozent aller Schlaganfälle aus. Durch eine innerhalb der ersten 4,5 Stunden verabreichte thrombolytische Therapie kann das verschlossene Gefäß wieder geöffnet werden.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Dieser tritt in Form einer intrazerebralen Blutung oder einer Subarachnoidalblutung auf. Bluthochdruck, Aneurysmen und arteriovenöse Fehlbildungen gehören zu den häufigsten Ursachen.
- Transitorische ischämische Attacke (TIA): Hierbei handelt es sich um einen Zustand, bei dem die Schlaganfallsymptome weniger als 24 Stunden anhalten. Eine TIA wird als Warnsignal für einen drohenden Schlaganfall gewertet und erfordert ein sofortiges Eingreifen.
Das Erkennen von Schlaganfallsymptomen und die Sicherstellung einer Notfallversorgung sind lebensrettend. Plötzlich auftretende Gesichtslähmung, Schwäche in Arm oder Bein, Sprachstörungen, Sehverlust und starke Kopfschmerzen sind wichtige Anzeichen eines Schlaganfalls. Bei Erkennen dieser Symptome sollte unverzüglich der Notdienst gerufen werden.
Epilepsie (Fallsucht)
Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle infolge einer abnormalen elektrischen Aktivität der Gehirnzellen gekennzeichnet ist. Diese Krankheit, von der etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen ist, kann durch eine geeignete Behandlung weitgehend unter Kontrolle gebracht werden.
- Fokale Anfälle: Dies sind Anfälle, die von einem bestimmten Bereich des Gehirns ausgehen. Sie können mit oder ohne Bewusstseinsverlust einhergehen. Sie können sich als Zucken in einer Extremität, Taubheitsgefühl oder sensorische Veränderungen äußern.
- Generalisierte Anfälle: Dies sind Anfälle, die beide Hemisphären des Gehirns gleichzeitig betreffen. Tonisch-klonische Anfälle (Grand Mal), Absencen und myoklonische Anfälle gehören zu dieser Gruppe.
- Status epilepticus: Dies ist ein Zustand, bei dem ein Anfall länger als fünf Minuten dauert oder das Bewusstsein zwischen den Anfällen nicht wiedererlangt wird. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, der eine Notfallbehandlung erfordert.
Bei der Diagnose von Epilepsie ist die Elektroenzephalografie (EEG) das grundlegende Diagnoseinstrument. Bei medikamentenresistenten Epilepsiefällen werden Video-EEG-Monitoring, Magnetresonanztomographie des Gehirns und bei Bedarf eine Epilepsiechirurgie in Betracht gezogen.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für die Vorstellung in neurologischen Ambulanzen. Primäre Kopfschmerzen treten ohne eine zugrunde liegende andere Erkrankung auf, während sekundäre Kopfschmerzen als Symptom verschiedener Pathologien entstehen.
- Migräne: Eine neurologische Erkrankung, die meist mit einseitigen, pulsierenden, mittelschweren bis schweren Kopfschmerzen einhergeht. Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit treten häufig begleitend auf. Bei Migräne mit Aura können vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome wie Sehstörungen oder Taubheitsgefühle auftreten.
- Spannungskopfschmerz: Die häufigste Art von primären Kopfschmerzen. Er ist durch einen drückenden oder spannenden Schmerz auf beiden Seiten des Kopfes gekennzeichnet.
- Cluster-Kopfschmerz: Ein sehr schwerer, periodisch wiederkehrender Kopfschmerz, der sich meist um das Auge herum konzentriert. Tränenfluss, verstopfte Nase und gerötete Augen können begleitend auftreten.
- Trigeminusneuralgie: Ein Nervenschmerz, der sich durch plötzliche und heftige Schmerzattacken im Gesichtsbereich äußert, die sich wie ein Stromschlag anfühlen.
Bewegungsstörungen
Bewegungsstörungen umfassen eine breite Gruppe neurologischer Erkrankungen, die willkürliche und unwillkürliche Bewegungen beeinflussen. Diese Erkrankungen resultieren aus Störungen der Basalganglien, des Kleinhirns und damit verbundener Gehirnstrukturen.
- Parkinson-Krankheit: Eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust dopaminproduzierender Zellen in der Substantia nigra des Gehirns entsteht. Tremor, Bradykinese, Rigor und posturale Instabilität sind die Hauptsymptome. Levodopa und Dopaminagonisten bilden die Grundlage der Behandlung.
- Essentieller Tremor: Die häufigste Bewegungsstörung. Sie äußert sich als Zittern der Hände, des Kopfes oder der Stimme.
- Dystonie: Gekennzeichnet durch das Auftreten abnormaler Körperhaltungen und Bewegungen infolge unwillkürlicher Muskelkontraktionen.
- Chorea Huntington: Eine genetisch bedingte neurodegenerative Erkrankung, die mit unwillkürlichen Bewegungen (Chorea), kognitivem Abbau und psychiatrischen Symptomen einhergeht.
Demenz und Alzheimer-Krankheit
Demenz ist ein klinisches Bild, das zu einer fortschreitenden Verschlechterung des Gedächtnisses, des Denkens, des Urteilsvermögens und der Fähigkeit zur Bewältigung des täglichen Lebens führt. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz und für etwa sechzig bis siebzig Prozent aller Demenzfälle verantwortlich.
Zu den Symptomen im Frühstadium zählen Kurzzeitgedächtnisverlust, Schwierigkeiten bei der Wortfindung, räumliche Orientierungsstörungen und Planungsschwierigkeiten. Mit fortschreitender Krankheit nimmt die Abhängigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens zu und Verhaltensänderungen werden deutlicher. Eine frühzeitige Diagnose ist von großer Bedeutung, um Behandlungsoptionen, die den Krankheitsverlauf verlangsamen können, rechtzeitig anzuwenden.
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch die Schädigung der Myelinscheide im zentralen Nervensystem durch Autoimmunmechanismen entsteht. Sie beginnt meist bei jungen Erwachsenen und tritt bei Frauen häufiger auf. Verschwommenes Sehen, Taubheitsgefühle, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen und Müdigkeit sind die häufigsten Symptome.
Zur Diagnose von MS werden Magnetresonanztomographie, Liquoranalysen und evozierte Potentiale eingesetzt. Krankheitsmodifizierende Therapien reduzieren die Häufigkeit von Schüben und verlangsamen das Fortschreiten der Krankheit.
Periphere Nervenerkrankungen und Neuropathien
Periphere Neuropathien umfassen Erkrankungen, die durch eine Schädigung der peripheren Nerven entstehen. Taubheit, Kribbeln, Brennen, Schmerzen und Schwäche sind die häufigsten Symptome. Diabetische Neuropathie, Neuropathie durch Vitamin-B12-Mangel, Karpaltunnelsyndrom und das Guillain-Barré-Syndrom sind wichtige Erkrankungen dieser Gruppe.
Elektromyographie (EMG) und Nervenleitfähigkeitsstudien sind die grundlegenden Diagnosemethoden bei peripheren Nervenerkrankungen. Die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und symptomatische Therapieansätze werden kombiniert angewendet.
Fortschrittliche Diagnosemethoden in der Neurologie
Die in der modernen neurologischen Praxis eingesetzten fortschrittlichen Diagnosemethoden spielen eine entscheidende Rolle bei der korrekten und frühzeitigen Diagnose von Krankheiten.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Das wertvollste Diagnoseinstrument zur detaillierten Darstellung von Gehirn und Rückenmark. Fortschrittliche Techniken wie Diffusions-MRT, Perfusions-MRT und MR-Spektroskopie erhöhen die diagnostische Genauigkeit.
- Elektroenzephalographie (EEG): Wird durch die Aufzeichnung der elektrischen Gehirnaktivität zur Diagnose von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
- Elektromyographie (EMG): Eine wichtige Diagnosemethode zur elektrischen Bewertung von Muskel- und Nervenfunktionen.
- Computertomographie (CT): Liefert insbesondere in Notfällen schnelle Informationen bei Hirnblutungen, Kopfverletzungen und zur Beurteilung knöcherner Strukturen.
- Lumbalpunktion: Die Analyse des Liquors bietet wichtige Informationen bei der Diagnose von Krankheiten wie Meningitis, Enzephalitis und MS.
Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen
Die neurologische Rehabilitation zielt darauf ab, nach Schlaganfällen, traumatischen Hirnverletzungen, Rückenmarksverletzungen und anderen neurologischen Erkrankungen verlorene Funktionen wiederzuerlangen. Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und kognitive Rehabilitationsprogramme spielen eine wichtige Rolle bei der Steigerung der Unabhängigkeit der Patienten.
Vorbeugung neurologischer Erkrankungen
Ein gesunder Lebensstil ist bei der Vorbeugung neurologischer Erkrankungen von großer Bedeutung. Regelmäßige körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung, ausreichender Schlaf, Stressbewältigung und die Aufrechterhaltung geistiger Aktivität tragen zum Schutz der Gehirngesundheit bei. Die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin spielt eine entscheidende Rolle bei der Senkung des Risikos für Schlaganfälle und Demenz.
In der Neurologie-Abteilung des Koru Krankenhauses wenden unsere Fachärzte die aktuellsten wissenschaftlichen Ansätze bei der Diagnose und Behandlung von Nervensystemerkrankungen an und bieten unseren Patienten eine individualisierte, evidenzbasierte und umfassende neurologische Gesundheitsversorgung. Unsere Neurologen, die nach einem multidisziplinären Teamansatz arbeiten, haben das Ziel, die Lebensqualität der Patienten auf höchstem Niveau zu halten.
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