Urologie

Endoskopische Laser-Steinbehandlung

Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen mit Laser.

Die Harnstein-Erkrankung ist ein in der Bevölkerung sehr häufig vorkommendes Gesundheitsproblem, das zu schwerwiegenden Komplikationen wie starken Schmerzen, Blutungen und Infektionen führen kann. Die Behandlungsansätze haben sich im Laufe der Jahre erheblich gewandelt; die offene Chirurgie wurde weitgehend durch endoskopische und lasergestützte Verfahren ersetzt. Die endoskopische Laser-Steintherapie ist eine moderne Behandlungsoption, die darauf basiert, Nieren-, Harnleiter- und Blasensteine ohne Schnitte über die natürlichen Harnwege zu zertrümmern.

Was ist eine endoskopische Laser-Steintherapie?

Bei der endoskopischen Laser-Steintherapie wird mithilfe dünner und flexibler Endoskope über den Harnleiter zum Stein vorgedrungen und dieser mittels hochpräziser Laserenergie, wie etwa einem Holmium-YAG- oder Thulium-Laser, in kleine Fragmente oder zu Staub zerlegt. Die Ureteroskopie (URS) und die retrograde intrarenale Chirurgie (RIRS) sind die am häufigsten angewandten Formen dieser Behandlung.

Funktionsprinzip

Die Laserenergie erzeugt einen schmalen, fokussierten Strahl, der bei Kontakt mit dem Stein dessen Struktur zertrümmert, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Moderne Lasergeräte können je nach Härtegrad des Steins eingestellt werden; der Stein kann entweder in größere Stücke zerteilt (Fragmentierung) oder zu Staub zermahlen werden (Dusting). Die zu Staub zermahlenen Partikel werden auf natürlichem Wege über den Urin ausgeschieden.

Bei welchen Erkrankungen wird sie eingesetzt?

Die endoskopische Laser-Steintherapie kann bei einer breiten Patientengruppe sicher angewendet werden:

  • Harnleitersteine (Steine im Harnleiter)
  • Nierenbecken- und Nierensteine
  • Blasensteine
  • Fälle, in denen eine ESWT-Behandlung (Stoßwellentherapie) erfolglos war
  • Sehr harte Steine (Zystin, Kalziumoxalat-Monohydrat)
  • Steine in Nieren mit anatomischen Anomalien
  • Steinbehandlung bei Patienten mit nur einer Niere
  • Patienten, bei denen aufgrund von Blutungsstörungen ein Risiko für offene Chirurgie besteht

Vorteile der endoskopischen Laser-Steintherapie

  • Keine Hautschnitte erforderlich; der Eingriff erfolgt über die natürlichen Harnwege
  • Hohe Erfolgsquote; hohe Steinfreiheitsraten bereits nach einer Sitzung
  • Effektive Ergebnisse selbst bei sehr harten Steinen
  • Geringes Blutungsrisiko
  • Im Allgemeinen kurzer Krankenhausaufenthalt und schneller Genesungsprozess
  • Frühe Rückkehr in den Berufs- und Sozialalltag
  • Deutlich weniger Schmerzen im Vergleich zur offenen Chirurgie
  • Keine Operationsnarben und ästhetische Vorteile
  • Möglichkeit, bei Bedarf mehrere Steine in einer Sitzung zu behandeln

Behandlungsprozess

Vor dem Eingriff erfolgt eine detaillierte Untersuchung des Patienten. Durch Blut- und Urintests, Ultraschall und Computertomographie werden Lage, Größe und Struktur des Steins bestimmt. Bei einer aktiven Harnwegsinfektion wird zunächst eine Antibiotikatherapie durchgeführt.

Phasen des Eingriffs

Die Behandlung wird in der Regel unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt. Nachdem der Patient in die geeignete Position gebracht wurde, wird das dünne Endoskop durch den Harnweg bis zum Stein vorgeschoben. Die Laserfaser wird durch den Arbeitskanal des Endoskops geführt und auf den Stein gerichtet, um den Zertrümmerungsprozess zu starten. Bei Bedarf werden Steinfragmente mit speziellen Körbchen entfernt. Am Ende des Eingriffs kann zum Schutz der Niere und zur Reduzierung von Ödemen ein temporärer Ureterstent (Double-J-Katheter) eingesetzt werden.

Postoperativer Prozess

Die Patienten werden in der Regel am selben oder am nächsten Tag entlassen. In den ersten Tagen können ein leichtes Brennen, eine geringe Menge Blut im Urin oder ein durch den Stent verursachtes Unbehagen auftreten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die regelmäßige Einnahme der empfohlenen Medikamente und die Wahrnehmung der Kontrolltermine sind für den Genesungsprozess wichtig. Der Stent wird bei passendem Befund in einem kurzen Eingriff entfernt.

Zu beachtende Punkte

  • Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten vor dem Eingriff muss nach ärztlicher Anweisung angepasst werden
  • Bei Patienten mit Harnwegsinfektionen muss die Infektion vor dem Eingriff unbedingt behandelt werden
  • Eine hohe Flüssigkeitszufuhr nach dem Eingriff erleichtert das Ausscheiden der Steinfragmente
  • Bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder intensiven Blutungen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden
  • Zur Vorbeugung von Steinbildungen sollten Ernährungsgewohnheiten und metabolische Faktoren bewertet werden
  • Durch regelmäßige Kontrollen sollte beobachtet werden, ob es zu einem Steinrezidiv kommt

Unterschiede zwischen Ureteroskopie (URS) und RIRS

Die endoskopische Laser-Steintherapie wird hauptsächlich unter zwei Techniken angewandt. Die Ureteroskopie (URS) basiert auf dem Erreichen von Steinen, die sich meist im Harnleiter befinden, mittels starrer oder semirigider Endoskope. Die retrograde intrarenale Chirurgie (RIRS) ist ein modernes Verfahren, bei dem mit flexiblen Endoskopen über den Harnweg direkt in die Niere vorgedrungen wird. Auf diese Weise können Steine im Nierenbecken und in verschiedenen Bereichen der Niere behandelt werden.

Welche Methode angewandt wird, hängt von der Lage, Anzahl und Härte des Steins, der Anatomie des Patienten und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Bei beiden Methoden sind keine Hautschnitte erforderlich und die Steinfragmente werden auf natürlichem Wege ausgeschieden.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist der Eingriff schmerzhaft? Da er unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt wird, sind während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar; danach kann ein leichtes Unbehagen auftreten.
  • Werden alle Steine in einer Sitzung entfernt? In den meisten Fällen ja; bei sehr vielen oder sehr großen Steinen kann jedoch eine zweite Sitzung erforderlich sein.
  • Warum wird ein Stent eingesetzt? Er wird kurzzeitig eingesetzt, um den Harnfluss zu erleichtern und die Niere zu schützen.
  • Bilden sich Steine nach der Behandlung erneut? Wenn Ernährung und metabolische Faktoren nicht kontrolliert werden, können sich erneut Steine bilden; daher ist die Nachsorge wichtig.

Prävention und Rezidivvermeidung bei Steinleiden

Die endoskopische Laser-Steintherapie beseitigt den vorhandenen Stein effektiv; um ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern, sind jedoch Lebensstiländerungen und eine metabolische Abklärung unerlässlich. Der Konsum von mindestens 2-3 Litern Wasser pro Tag hält den Urin verdünnt und beugt der Bildung neuer Steine weitgehend vor. Auch der kontrollierte Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Salz-, tierischem Protein- und Oxalatgehalt ist wichtig.

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Nierensteinen wird die Ursache der Steinbildung durch eine 24-Stunden-Urinanalyse und Blutuntersuchungen erforscht. Basierend auf dieser Analyse werden individuelle Ernährungsempfehlungen und bei Bedarf eine medikamentöse Therapie erstellt. Regelmäßige urologische Kontrollen sind von großer Bedeutung, um sowohl ein Steinrezidiv frühzeitig zu erkennen als auch die Nierenfunktionen zu schützen.

Endoskopische Laser-Steintherapie im Koru Hastanesi

Als Koru Hastanesi bieten wir unseren Patienten bei der Behandlung von Harnstein-Erkrankungen sichere und effektive Lösungen mit modernsten Lasergeräten, flexiblen und starren Endoskopen, unserem erfahrenen Urologie-Team und einer modernen Operationsinfrastruktur. Wir bewerten die Steinbeschaffenheit, die anatomischen Merkmale und den allgemeinen Gesundheitszustand jedes Patienten detailliert, erstellen individuelle Behandlungspläne und zielen darauf ab, unsere Patienten mit einem schmerzfreien, narbenfreien und schnellen Genesungsprozess wieder gesund zu machen.

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