Physikalische Medizin und Rehabilitation
Die Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation bietet umfassende Behandlungsprogramme bei Rücken- und Nackenschmerzen, Sportverletzungen und nach Schlaganfall.
Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR) ist ein umfassender medizinischer Fachbereich, der sich mit der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen des Bewegungsapparates, Schädigungen des Nervensystems und anderen funktionellen Störungen befasst. Diese Abteilung zielt auf Schmerzmanagement, die Beseitigung von Bewegungseinschränkungen, die Steigerung der funktionellen Kapazität sowie die Wiederherstellung der Selbstständigkeit der Patienten bei Aktivitäten des täglichen Lebens ab. Die Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Koru Krankenhauses bietet ihren Patienten mit ihrem erfahrenen Fachpersonal, der modernen physikalischen Therapieeinheit und umfassenden Rehabilitationsprogrammen eine erstklassige Gesundheitsversorgung.
Was ist Physikalische Medizin und Rehabilitation?
Physikalische Medizin und Rehabilitation ist ein ganzheitlicher medizinischer Fachbereich, der darauf abzielt, durch Krankheit oder Verletzung verlorene körperliche Funktionen wiederherzustellen, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. PMR-Spezialisten (Physiater) erstellen für ihre Patienten individualisierte Behandlungspläne, indem sie ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten nutzen, wie z. B. medikamentöse Therapie, physikalische Therapiemodalitäten, Übungsprogramme, Injektionstherapien sowie Orthesen- und Prothesenanwendungen.
Die grundlegenden Prinzipien der PMR-Abteilung sind:
- Ganzheitliche Beurteilung: Umfassende Bewertung des körperlichen, psychischen und sozialen Zustands des Patienten.
- Multidisziplinäre Teamarbeit: Koordinierte Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener Disziplinen wie Physiatern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen.
- Individualisierte Behandlung: Erstellung spezieller Behandlungsprogramme, die auf die Bedürfnisse und Ziele jedes Patienten zugeschnitten sind.
- Funktionelle Unabhängigkeit: Sicherstellung, dass Patienten bei ihren Aktivitäten des täglichen Lebens ein Höchstmaß an Selbstständigkeit erreichen.
- Evidenzbasierter Ansatz: Anwendung von Behandlungsprotokollen gemäß wissenschaftlicher Literatur und klinischer Leitlinien.
Erkrankungen des Bewegungsapparates
Erkrankungen des Bewegungsapparates stellen die häufigsten Gründe für eine Vorstellung in der PMR-Abteilung dar. Zu den wichtigsten Erkrankungen in dieser Gruppe gehören:
Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden in der Bevölkerung, mit einer lebenslangen Prävalenz von bis zu 80 Prozent. Zu den Hauptursachen für Rückenschmerzen zählen lumbaler Bandscheibenvorfall (Diskushernie), lumbale Spondylose, Spinalkanalstenose, Facettensyndrom sowie Muskel- und Bänderzerrungen.
Die bei der Behandlung von Rückenschmerzen angewandten Ansätze:
- Medikamentöse Therapie: Analgetika, Muskelrelaxantien, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Medikamente gegen neuropathische Schmerzen.
- Physikalische Therapiemodalitäten: Wärme-Kälte-Anwendungen, Ultraschall, TENS, Lasertherapie und Interferenzströme.
- Übungsprogramme: Core-Stabilisierungsübungen, Williams- und McKenzie-Übungen, Dehnungs- und Kräftigungsprogramme.
- Manuelle Therapie: Mobilisations- und Manipulationstechniken.
- Epidurale Steroidinjektion: Interventionelle Behandlung bei schweren Radikulopathien.
- Ergonomische Anpassungen: Beratung zur korrekten Körperhaltung und Ergonomie am Arbeitsplatz und im Alltag.
Nackenschmerzen und Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule
Nackenschmerzen sind nach Rückenschmerzen die am häufigsten auftretende Beschwerde des Bewegungsapparates. Zervikaler Bandscheibenvorfall, zervikale Spondylose, myofasziales Schmerzsyndrom und Schleudertrauma sind die Hauptursachen. Langes Arbeiten am Computer, schlechte Körperhaltung und ein bewegungsarmer Lebensstil erhöhen das Risiko für Nackenschmerzen. Die Behandlung umfasst physikalische Therapiemodalitäten, Nackenübungen, Haltungsschulung und bei Bedarf zervikale epidurale Injektionen.
Schultererkrankungen
Schultererkrankungen sind Zustände, die durch Bewegungseinschränkungen und Schmerzen die Aktivitäten des täglichen Lebens erheblich beeinträchtigen:
- Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis): Eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, die durch eine Verdickung und Versteifung der das Schultergelenk umgebenden Kapsel entsteht.
- Rotatorenmanschettensyndrom: Schmerzen und Schwäche infolge einer Einklemmung oder eines Risses der Muskeln und Sehnen, die die Schulter umgeben.
- Impingement-Syndrom: Ein schmerzhaftes Krankheitsbild, das durch das Einklemmen der Schultermuskulatur unter dem Schulterdach entsteht.
- Schulterinstabilität: Wiederkehrende Auskugelungen (Luxationen) oder Subluxationen des Schultergelenks.
Knieerkrankungen
Kniegelenkserkrankungen sind Probleme, die insbesondere in der älteren Altersgruppe die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen:
- Gonarthrose (Kniegelenksverschleiß): Eine chronische Erkrankung, die durch die Degeneration des Knorpels im Kniegelenk entsteht und mit Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen einhergeht.
- Meniskusläsionen: Riss oder Degeneration des Meniskusgewebes im Kniegelenk.
- Patellofemorales Syndrom: Ein Zustand, der durch Schmerzen und ein Blockadegefühl um die Kniescheibe charakterisiert ist.
- Bandverletzungen: Konservative und postoperative Rehabilitation bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, hinteren Kreuzbandes und der Seitenbänder.
Neurologische Rehabilitation
Neurologische Rehabilitation ist ein kritischer Behandlungsbereich, der darauf abzielt, funktionelle Verluste infolge einer Schädigung des Nervensystems wiederzugewinnen:
Schlaganfall-Rehabilitation
Schlaganfall-Rehabilitation umfasst die Behandlung von motorischen, sensorischen, kognitiven und sprachlichen Störungen, die infolge einer zerebrovaskulären Erkrankung auftreten. Ein frühzeitig begonnenes Rehabilitationsprogramm beschleunigt die funktionelle Genesung erheblich. Die Ansätze in der Schlaganfall-Rehabilitation:
- Neuroplastizitätsbasierte Übungen: Wiederholte aufgabenorientierte Übungen, die die Reorganisation des Gehirns unterstützen.
- Gangrehabilitation: Gleichgewichts- und Gangtraining, Einsatz von Hilfsmitteln.
- Rehabilitation der oberen Extremitäten: Übungen zur Wiederherstellung der Hand- und Armfunktionen.
- Spastikmanagement: Medikamentöse Therapie, Botulinumtoxin-Injektionen und physikalische Therapiemodalitäten.
- Sprach- und Schluckrehabilitation: Behandlung von Aphasie und Dysphagie.
Rehabilitation bei Rückenmarksverletzungen
Rückenmarksverletzungen umfassen die Rehabilitation von Paraplegie- oder Tetraplegie-Zuständen, die durch Traumata oder Krankheiten am Rückenmark entstehen. Bewegung, Empfindung, Blasen-Darm-Funktionen und das autonome Nervensystem können betroffen sein. Der Rehabilitationsprozess zielt auf die Steigerung der funktionellen Unabhängigkeit, die Vermeidung von Komplikationen und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft ab.
Weitere Bereiche der neurologischen Rehabilitation
- Rehabilitation bei Parkinson-Krankheit: Verbesserung von Gleichgewicht, Gang und motorischen Funktionen.
- Rehabilitation bei Multipler Sklerose: Erhaltung der funktionellen Kapazität während Schubphasen und im progressiven Verlauf.
- Periphere Nervenverletzungen: Wiederherstellung motorischer und sensorischer Funktionen nach Nervenschädigungen.
- Rehabilitation bei Zerebralparese: Unterstützung der motorischen Entwicklung bei Kindern und Steigerung der funktionellen Unabhängigkeit.
Physikalische Therapiemodalitäten
Physikalische Therapiemodalitäten sind physikalische Wirkstoffe, die zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung, Beschleunigung der Gewebeheilung und Unterstützung der funktionellen Genesung eingesetzt werden:
- Elektrotherapie: TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation), Interferenzströme, galvanische Ströme und neuromuskuläre elektrische Stimulation.
- Ultraschalltherapie: Schmerzlinderung und Beschleunigung der Gewebeheilung durch Wärmeleitung in tiefere Gewebeschichten.
- Lasertherapie: Reduzierung von Entzündungen und Unterstützung der Gewebereparatur mittels Low-Level-Laser.
- Magnetfeldtherapie: Behandlung zur Beschleunigung der Knochenheilung und Schmerzlinderung.
- Wärme-Kälte-Anwendungen: Oberflächliche Wärmeanwendungen (Hot Pack, Paraffin) und Kälteanwendungen (Kryotherapie).
- Hydrotherapie: Übungs- und Behandlungsprogramme unter Nutzung des Auftriebs und Widerstands von Wasser.
- Traktion: Mechanische oder motorisierte Zuganwendung im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Hochenergetische Schallwellen zur Behandlung von chronischen Tendinopathien, Fersensporn und kalkhaltiger Sehnenentzündung (Tendinitis calcarea).
Rheumatologische Erkrankungen und PMR
Rheumatologische Erkrankungen sind entzündliche und degenerative Erkrankungen, die Gelenke, Muskeln, Knochen und Bindegewebe betreffen. In der PMR-Abteilung werden die Behandlung und Rehabilitation dieser Krankheiten umfassend durchgeführt:
- Rheumatoide Arthritis: Eine Autoimmunerkrankung, die die Gelenke befällt. Physiotherapie, Gelenkschutztechniken und Übungsprogramme sind wichtige Bestandteile der Behandlung.
- Ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew): Eine chronisch entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, bei der regelmäßige Bewegung und Haltungsschulung die Grundlage der Behandlung bilden.
- Fibromyalgie: Ein chronisches Syndrom, das mit weit verbreiteten Schmerzen im Bewegungsapparat, Müdigkeit und Schlafstörungen einhergeht. Aerobes Training, Stressmanagement und ein multidisziplinärer Ansatz sind bei der Behandlung wirksam.
- Osteoarthrose: Eine chronische Erkrankung, die durch Schmerzen und Funktionsverlust infolge der Degeneration des Gelenkknorpels charakterisiert ist.
- Gichtarthritis: Akute, schmerzhafte Arthritis-Schübe, die durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken entstehen.
Orthopädische Rehabilitation
Orthopädische Rehabilitation ist ein wichtiger Bereich, der auf die funktionelle Genesung nach Operationen am Bewegungsapparat oder nach Traumata abzielt:
- Rehabilitation nach Arthroplastik: Wiedererlangung des Bewegungsumfangs, Muskelkräftigung und Gangtraining nach Knie- oder Hüftprothesenoperationen.
- Rehabilitation nach Frakturen: Beseitigung von Gelenksteifigkeit, Muskelatrophie und Funktionsverlust, die während der Immobilisationsphase entstehen.
- Nach Bandrekonstruktionen: Stufenweise Rehabilitationsprogramme nach vorderer Kreuzbandplastik und anderen Bandrekonstruktionen.
- Rehabilitation nach Wirbelsäulenchirurgie: Programme zur Wiedererlangung von Beweglichkeit und Kraft nach Bandscheibenoperationen oder Wirbelsäulenversteifungen.
- Amputationsrehabilitation: Prothesentraining, Gleichgewichtsübungen und Programme zur funktionellen Unabhängigkeit nach Gliedmaßenverlust.
Schmerzmanagement
Chronische Schmerzen bilden eines der zentralen Themen der PMR-Praxis. Beim Schmerzmanagement wird ein multimodaler Ansatz verfolgt:
- Myofasziales Schmerzsyndrom: Triggerpunkt-Injektionen, Trockennadelung (Dry Needling) und myofasziale Entspannungstechniken.
- Neuropathische Schmerzen: Kombination aus pharmakologischer Therapie und physikalischer Therapie bei Schmerzen infolge von Nervenschädigungen.
- Gelenkinjektionen: Intraartikuläre Injektionen von Steroiden, Hyaluronsäure oder PRP (plättchenreiches Plasma).
- Triggerpunkt-Injektionen: Injektion von Lokalanästhetika und Steroiden in schmerzhafte Muskelpunkte.
- Akupunktur: Wird als ergänzende Methode bei der Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt.
Diagnose und Behandlung von Osteoporose
Osteoporose ist eine metabolische Knochenerkrankung, bei der das Risiko für Frakturen aufgrund einer Abnahme der Knochendichte und einer Verschlechterung der Knochenmikroarchitektur steigt. Sie tritt besonders häufig bei Frauen nach der Menopause und bei älteren Menschen auf. Im Rahmen des Osteoporose-Managements in der PMR-Abteilung werden DEXA-Knochendichtemessungen, Frakturrisikobewertungen (FRAX), Planung der pharmakologischen Therapie, Sturzrisikobewertungen sowie Gleichgewichts- und Koordinationsübungen durchgeführt.
Wann sollten Sie einen PMR-Spezialisten aufsuchen?
Es wird empfohlen, in folgenden Fällen einen PMR-Spezialisten aufzusuchen:
- Schmerzen im Rücken, Nacken, Schulter, Knie oder anderen Gelenken
- Beschwerden durch Bandscheibenvorfall (Lenden- oder Halswirbelsäule)
- Rehabilitationsbedarf nach Schlaganfall, Rückenmarksverletzung oder Schädel-Hirn-Trauma
- Physikalische Therapie und Rehabilitation nach orthopädischen Operationen
- Chronische Schmerzsyndrome und Fibromyalgie
- Gelenkbeteiligung bei rheumatologischen Erkrankungen
- Osteoporose-Bewertung und -Behandlung
- Sportverletzungen und Leistungsrehabilitation
- Bewegungseinschränkungen und funktionelle Störungen
- Erkrankungen der Hand und des Handgelenks (Karpaltunnelsyndrom, De Quervain usw.)
In der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Koru Krankenhauses zielen unsere Fachärzte darauf ab, die funktionelle Kapazität unserer Patienten zu maximieren und ihre Lebensqualität zu verbessern, indem sie die aktuellsten Behandlungsansätze bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, neurologischer Rehabilitation und chronischem Schmerzmanagement anwenden. Für Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder bei Rehabilitationsbedarf können Sie sich gerne an unsere Poliklinik wenden.
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