Medizinische Abteilungen

Zentrum für Flugmedizin

Im Zentrum für Flugmedizin werden für zivile und militärische Piloten und Flugbesatzungen periodische ärztliche Untersuchungen, Fluguntauglichkeitsbewertungen und Zertifizierungen durchgeführt.

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Die Luftfahrtmedizin ist ein spezialisierter medizinischer Fachbereich, der die Auswirkungen der Luft- und Raumfahrtumgebung auf die menschliche Physiologie untersucht und sich mit der Erhaltung und Bewertung der Gesundheit von Piloten und Flugbesatzungen befasst. Die umfassende Beurteilung der körperlichen und geistigen Gesundheit des in der zivilen und militärischen Luftfahrt tätigen Personals bildet einen der Grundpfeiler der Flugsicherheit. Das Koru Hastanesi Luftfahrtmedizinische Zentrum ist eine von der Generaldirektion für Zivilluftfahrt (SHGM) autorisierte Einrichtung, die Piloten- und Flugbesatzungskandidaten umfassende Gesundheitsuntersuchungen und Zertifizierungsdienste anbietet.

Was ist Luftfahrtmedizin?

Die Luftfahrtmedizin (Aeromedizin) ist eine Disziplin, die die Auswirkungen luftfahrtspezifischer Umweltfaktoren auf die menschliche Gesundheit erforscht und präventive Maßnahmen gegen diese entwickelt. Dazu gehören Höhenphysiologie, Stressfaktoren während des Fluges, Änderungen des Kabinendrucks, Beschleunigungskräfte, Lärm, Vibrationen, Strahlung und Störungen des zirkadianen Rhythmus.

Das Hauptziel dieses Fachbereichs ist es, den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand des Luftfahrtpersonals auf einem optimalen Niveau zu halten, um die Sicherheit von Flugoperationen zu gewährleisten. Piloten, Kabinenpersonal, Fluglotsen und anderes Luftfahrtpersonal unterziehen sich regelmäßig umfassenden Gesundheitsbewertungen, um die für ihre Aufgaben erforderlichen hohen Leistungsstandards zu erfüllen.

Gesundheitsuntersuchungen für Piloten und Flugbesatzungen

Die vom luftfahrtmedizinischen Zentrum durchgeführten Gesundheitsuntersuchungen erfolgen gemäß den Standards der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Diese Untersuchungen werden je nach Klasse des Gesundheitszeugnisses in unterschiedlichem Umfang durchgeführt.

Gesundheitszeugnis Klasse 1 (Berufspiloten)

Das Gesundheitszeugnis der Klasse 1 ist die umfassendste medizinische Bewertung, die für Berufspiloten und Verkehrspiloten (ATPL) obligatorisch ist. Diese Untersuchung dient dazu, medizinisch zu bestätigen, dass der Pilot seine Flugaufgaben sicher erfüllen kann. Bei der Erstbeantragung sowie bei regelmäßigen Verlängerungsuntersuchungen werden eine detaillierte körperliche Untersuchung, Labortests, kardiologische Beurteilung, Augenuntersuchung, HNO-Untersuchung, neurologische Beurteilung und psychologische Bewertung durchgeführt.

Gesundheitszeugnis Klasse 2 (Privatpiloten)

Das Gesundheitszeugnis der Klasse 2 ist die für Inhaber einer Privatpilotenlizenz (PPL) erforderliche medizinische Bewertung. Obwohl sie im Vergleich zur Klasse 1 weniger umfangreich ist, beinhaltet sie das Screening aller Gesundheitszustände, die die Flugsicherheit beeinträchtigen könnten. Das Herz-Kreislauf-System, das Atmungssystem, das Verdauungssystem, Stoffwechselerkrankungen, der Bewegungsapparat, der neurologische und psychiatrische Status sowie sensorische Funktionen (Sehen und Hören) werden umfassend bewertet.

Gesundheitszeugnis Klasse 3 (Kabinenpersonal)

Das Gesundheitszeugnis der Klasse 3 wird für Flugbegleiter ausgestellt und bescheinigt, dass sich das Personal in einem gesundheitlichen Zustand befindet, der es ermöglicht, Sicherheitsfunktionen während des Dienstes auszuüben. Der Umfang dieser Untersuchung umfasst die Bewertung der körperlichen und geistigen Eignung, die für die Durchführung von Evakuierungsverfahren in Notfällen, Erste-Hilfe-Maßnahmen und den Dienst auf Langstreckenflügen erforderlich ist.

LAPL-Gesundheitszeugnis

Dieses für Inhaber einer Lizenz für leichtes Luftfahrzeugpersonal (LAPL) ausgestellte Zeugnis umfasst einen einfacheren Bewertungsprozess und kann von Allgemeinmedizinern oder Fachärzten für Luftfahrtmedizin ausgestellt werden. Ziel ist es, die grundlegende körperliche und geistige Eignung für den Flugbetrieb zu bestätigen.

Untersuchungen im Luftfahrtmedizinischen Zentrum

Kardiologische Beurteilung

Die kardiovaskuläre Gesundheit ist einer der kritischsten Parameter für die Flugsicherheit. Ein Elektrokardiogramm (EKG) wird bei allen Untersuchungen routinemäßig durchgeführt; bei Anträgen für Klasse 1 und ab bestimmten Altersgrenzen werden ein Belastungs-EKG und eine Echokardiographie durchgeführt. Kardiovaskuläre Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Rhythmusstörungen und Bluthochdruck werden detailliert bewertet.

Das Screening und Management kardiovaskulärer Risikofaktoren (Bluthochdruck, Dyslipidämie, Diabetes, Adipositas, Rauchen) ist ein wichtiger Bestandteil der präventivmedizinischen Dimension der Luftfahrtmedizin. Bei Bedarf können weiterführende Untersuchungen wie 24-Stunden-Holter-Monitoring, ambulante Blutdruckmessung und kardiale Magnetresonanztomographie durchgeführt werden.

Ophthalmologische Beurteilung

Die Sehfunktion ist einer der grundlegendsten Bestimmungsfaktoren für die Flugsicherheit. Bei der luftfahrtmedizinischen Untersuchung werden die Fern- und Nahsehschärfe, das Farbsehvermögen, die Tiefenwahrnehmung, das Gesichtsfeld, der Augeninnendruck und der Augenhintergrund (Fundus) umfassend bewertet.

Für Berufspiloten sind die Sehstandards sehr hoch angesetzt, wobei Refraktionsfehler (Myopie, Hypermetropie, Astigmatismus) nur in bestimmten Grenzen akzeptiert werden. Der Status von Piloten, die sich einer refraktiven Chirurgie (LASIK, PRK) unterzogen haben, wird nach speziellen Protokollen bewertet. Farbenblindheit, Glaukom, Katarakt und Netzhauterkrankungen gehören ebenfalls zu den wichtigen Zuständen, die die Flugtauglichkeit beeinflussen können.

Audiologische Beurteilung

Die Hörfunktion ist von entscheidender Bedeutung für die Kommunikation im Cockpit und den Funkverkehr mit der Flugsicherung. Mit einem Audiometrietest werden die Hörschwellen bei verschiedenen Frequenzen bestimmt und mit den Luftfahrtstandards verglichen. Lärmbedingter Hörverlust wird bei Piloten und Kabinenpersonal als berufliches Risiko eingestuft, und es werden präventive Maßnahmen empfohlen.

Neurologische und psychiatrische Beurteilung

Der neurologische Gesundheitszustand ist für die Flugsicherheit von lebenswichtiger Bedeutung. Neurologische Erkrankungen wie Epilepsie, Migräne, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Multiple Sklerose und periphere Neuropathie können die Flugtauglichkeit direkt beeinträchtigen. Bei der psychiatrischen Beurteilung werden Zustände wie Depressionen, Angststörungen, Substanzgebrauchsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite und Persönlichkeitsstörungen sorgfältig untersucht.

Der Schutz und die Unterstützung der psychischen Gesundheit des Luftfahrtpersonals ist ein Thema, das in den letzten Jahren besonders in den Vordergrund gerückt ist. Das Management beruflicher Stressfaktoren wie Flugstress, Jetlag, lange Trennungszeiten und hohe Leistungserwartungen bildet einen wichtigen Arbeitsbereich der Luftfahrtmedizin.

Laboruntersuchungen

Im Rahmen der luftfahrtmedizinischen Untersuchung werden routinemäßig ein großes Blutbild, Nüchternblutzucker, HbA1c, Lipidprofil, Leber- und Nierenfunktionstests, Schilddrüsenfunktionstests und eine Urinanalyse durchgeführt. Stoffwechselzustände wie Diabetes, Dyslipidämie, Lebererkrankungen und Nierenfunktionsstörungen werden hinsichtlich der Flugtauglichkeit bewertet.

Luftfahrtphysiologie und Flugsicherheit

Der Abfall des atmosphärischen Drucks mit zunehmender Höhe führt zu einer Verringerung des Sauerstoffpartialdrucks und einem erhöhten Hypoxierisiko. In Verkehrsflugzeugen ist die Anpassung des Kabinendrucks an höhere Lagen als auf Meereshöhe für den Schutz der Gesundheit von Passagieren und Besatzung zwingend erforderlich. In nicht druckbelüfteten Kabinen ist die Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff oberhalb bestimmter Höhen erforderlich.

Dekompressionskrankheit, Barotrauma, räumliche Desorientierung (spatial disorientation), die Auswirkungen von G-Kräften, Flugermüdung und Störungen des zirkadianen Rhythmus sind die wichtigsten physiologischen Probleme, mit denen sich die Luftfahrtmedizin befasst. Die Schulung und Sensibilisierung des Luftfahrtpersonals zu diesen Themen spielt eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Flugsicherheit.

Medikamenteneinnahme und Flugtauglichkeit

Die von Luftfahrtpersonal eingenommenen Medikamente sind ein Thema, das im Hinblick auf die Flugsicherheit sorgfältig bewertet werden muss. Viele Medikamente sind aufgrund ihrer Nebenwirkungen während des Flugdienstes nicht geeignet. Medikamentengruppen wie Sedativa, Antihistaminika, bestimmte Antihypertensiva, Psychopharmaka und Schmerzmittel können die Flugtauglichkeit beeinträchtigen.

Der Facharzt für Luftfahrtmedizin bewertet die notwendigen Medikamente des Piloten oder der Flugbesatzung aus der Perspektive der Flugsicherheit und legt geeignete Behandlungsoptionen fest. Entscheidungen wie Medikamentenwechsel, Dosisanpassung oder ein vorübergehendes Flugverbot werden individuell bewertet.

Verlängerung des Gesundheitszeugnisses und Nachsorge

Die Gültigkeitsdauer von luftfahrtmedizinischen Zeugnissen variiert je nach Zertifikatsklasse und Alter des Piloten. Während das Zeugnis der Klasse 1 in der Regel jährlich, ab einem Alter von vierzig Jahren halbjährlich verlängert wird, erfolgt die Verlängerung des Zeugnisses der Klasse 2 alle zwei Jahre, ab fünfzig Jahren jährlich. Regelmäßige periodische Untersuchungen sind entscheidend für die Früherkennung von Veränderungen des Gesundheitszustands und die Aufrechterhaltung der Flugsicherheit.

Personal, dessen Zeugnis aufgrund eines bestehenden Gesundheitsproblems ausgesetzt oder eingeschränkt wurde, wird nach Abschluss des Behandlungsprozesses erneut bewertet. In einigen Fällen kann ein Zeugnis mit besonderen Bedingungen (OML - Operational Multicrew Limitation oder OSL - Operational Safety Pilot Limitation) ausgestellt werden.

Wer kann sich beim Luftfahrtmedizinischen Zentrum bewerben?

  • Berufspilotenkandidaten: Gesundheitszeugnis Klasse 1 für Verkehrspilotenlizenz (ATPL) oder Berufspilotenlizenz (CPL)
  • Privatpilotenkandidaten: Gesundheitszeugnis Klasse 2 für Privatpilotenlizenz (PPL)
  • Kabinenpersonalkandidaten: Gesundheitszeugnis Klasse 3 für Flugbegleiter
  • Piloten von leichten Luftfahrzeugen: LAPL-Gesundheitszeugnis
  • Fluglotsen: ATC-Gesundheitszeugnis
  • Zertifikatsverlängerung: Alles Luftfahrtpersonal, dessen aktuelles Gesundheitszeugnis abgelaufen ist
  • Spezielle Bewertung: Personal, das aufgrund gesundheitlicher Probleme eine zusätzliche Bewertung benötigt
  • Flugschüler: Kandidaten, die vor Beginn der Pilotenausbildung ihre gesundheitliche Eignung bestätigen lassen möchten

Untersuchungsprozess und Terminvereinbarung

Der Untersuchungsprozess im Koru Hastanesi Luftfahrtmedizinischen Zentrum beginnt mit der Terminvereinbarung. Bei der Anmeldung sind ein Identitätsnachweis, das aktuelle Gesundheitszeugnis (bei Verlängerungsanträgen), das Flugbuch und gegebenenfalls frühere medizinische Berichte erforderlich. Am Tag der Untersuchung werden alle Tests und fachärztlichen Bewertungen koordiniert durchgeführt, mit dem Ziel, den Prozess so schnell wie möglich abzuschließen.

Die Untersuchungsergebnisse werden elektronisch an die Generaldirektion für Zivilluftfahrt übermittelt und der Prozess zur Ausstellung des Gesundheitszeugnisses wird eingeleitet. In Fällen, in denen zusätzliche Tests oder fachärztliche Konsultationen erforderlich sind, wird der Prozess durch Koordination mit den entsprechenden Abteilungen innerhalb des Krankenhauses beschleunigt.

In der Abteilung des Koru Hastanesi Luftfahrtmedizinischen Zentrums bieten unsere Fachärzte Piloten- und Flugbesatzungskandidaten umfassende Gesundheitsbewertungen und Zertifizierungsdienste gemäß internationalen luftfahrtmedizinischen Standards an. Sie können sich für die Beantragung oder Verlängerung Ihres luftfahrtmedizinischen Zeugnisses an unser Zentrum wenden.

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