Die operative Entfernung der Gallenblase – in der Fachsprache Cholezystektomie genannt – gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen der Allgemeinchirurgie. Die birnenförmige Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber und dient als Speicher für die Gallenflüssigkeit. Anlass für die Operation sind vor allem schmerzhafte Gallenkoliken bei Gallensteinleiden, Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) sowie weitere Erkrankungen, die die Gallenwege gefährden können. Seit sich die laparoskopische Technik als Standard etabliert hat, sind sowohl die Dauer des Krankenhausaufenthalts als auch die Zeit bis zur Rückkehr in den Alltag deutlich kürzer geworden. Auf dieser Seite werden alle klinisch relevanten Aspekte der Gallenblasenoperation – von der Indikationsstellung bis zur Nachsorge – aus Sicht der Klinik für Allgemeinchirurgie des Koru Hospitals in Ankara zusammenhängend dargestellt.
Was versteht man unter einer Gallenblasenoperation?
Unter einer Cholezystektomie versteht man die chirurgische Entfernung der Gallenblase, jenes Hohlorgans unterhalb des rechten Leberlappens, das die Galle speichert und während der Mahlzeiten in den Zwölffingerdarm abgibt. Der Eingriff kann sowohl geplant (elektiv) als auch notfallmäßig erfolgen. Die mit Abstand häufigste Indikation ist die symptomatische Cholelithiasis, also ein Gallensteinleiden, das Beschwerden verursacht. Darüber hinaus zählen die akute und die chronische Cholezystitis, die biliäre Pankreatitis, cholezystoduodenale Fisteln, die sogenannte Porzellangallenblase, Gallenblasenpolypen mit einer Größe über zehn Millimetern sowie der Verdacht auf ein Gallenblasenkarzinom zu den wesentlichen Gründen für die Operationsentscheidung. Liegen zusätzlich Steine im Hauptgallengang (Choledochus) vor, werden diese bei bestimmten Patientengruppen vor oder während des Eingriffs mittels ERCP entfernt, bevor die Cholezystektomie durchgeführt wird.
Chirurgisch-technisch steht die sichere Darstellung des sogenannten Calot-Dreiecks im Mittelpunkt – jener anatomischen Region, die vom Ductus cysticus, der Arteria cystica und dem Hauptgallengang gebildet wird. Die moderne Chirurgie folgt dabei dem Konzept des „Critical View of Safety": Keine Struktur wird durchtrennt, bevor Gallenblasengang und Gallenblasenarterie eindeutig identifiziert sind. Dieses Vorgehen senkt das Risiko einer Gallenwegsverletzung erheblich und beugt schwerwiegenden postoperativen Komplikationen wie Cholangitis, Galleleck oder narbigen Engstellen (Strikturen) vor. Erscheint es während des Eingriffs erforderlich, kann eine intraoperative Cholangiographie durchgeführt werden, um die Unversehrtheit des Hauptgallengangs und das mögliche Vorliegen von Steinen radiologisch zu überprüfen.
Neben der medizinischen Definition hat die Cholezystektomie eine unmittelbare Bedeutung für die Lebensqualität der Betroffenen: Wiederkehrende Gallenkoliken, in das rechte Schulterblatt ausstrahlende Oberbauchschmerzen, Unverträglichkeit fettreicher Speisen, Übelkeit und Erbrechen können Beruf und Alltag erheblich einschränken. In der Diagnostik gilt die Ultraschalluntersuchung als Verfahren der ersten Wahl; bei Bedarf kommen die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP), die Endosonographie und die Computertomographie ergänzend zum Einsatz. Die Operationsentscheidung wird in einer multidisziplinären Bewertung getroffen, in die die Schwere der Symptome, das Komplikationsrisiko, das Alter sowie Begleiterkrankungen einfließen. Bei Trägern asymptomatischer Gallensteine wird die Indikation zurückhaltend gestellt; vorrangig beurteilt werden Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Immunsuppression, Steinen über drei Zentimetern, Porzellangallenblase, Erkrankungen des Hauptgallengangs oder einem erhöhten Risiko für ein Gallenblasenkarzinom. Vor geplanten adipositaschirurgischen Eingriffen kann eine prophylaktische Cholezystektomie unter bestimmten Voraussetzungen erwogen werden, da der erwartete rasche Gewichtsverlust die Bildung von Gallensteinen begünstigt.
Welche Operationstechniken kommen infrage? Minimalinvasiv oder offen?
Als Standardverfahren gilt heute die laparoskopische, also minimalinvasive Cholezystektomie. Dabei wird die Bauchhöhle über vier kleine Zugänge (Trokare) mit Kohlendioxidgas aufgedehnt; anschließend erfolgt der Eingriff mit einer hochauflösenden Kamera und feinen chirurgischen Instrumenten. Üblicherweise werden fünf bis zehn Millimeter große Zugänge im Nabelbereich, unterhalb des Brustbeins und im rechten Oberbauch platziert. Neben der klassischen Vier-Trokar-Technik stehen in ausgewählten Fällen die Single-Incision-Laparoskopie (SILS) über einen einzigen Schnitt sowie die robotisch assistierte Cholezystektomie zur Verfügung. Robotische Systeme bieten insbesondere bei adipösen Patienten, komplexen anatomischen Verhältnissen und rekonstruktiven Eingriffen an den Gallenwegen zusätzliche Beweglichkeit der Instrumente.
Die offene Cholezystektomie wird heute nur noch selten durchgeführt, bleibt aber in bestimmten Situationen das Verfahren der Wahl. Über einen rechtsseitigen Rippenbogenrandschnitt (Kocher-Schnitt) wird die Bauchdecke eröffnet und die Gallenblase direkt dargestellt. Indikationen für das offene Vorgehen sind unter anderem eine ausgedehnte Bauchfellentzündung, massive Verwachsungen, nicht beherrschbare Blutungen, der Verdacht auf eine Gallenwegsverletzung, das Mirizzi-Syndrom, der Verdacht auf ein Gallenblasenkarzinom sowie schwere Herz-Lungen-Erkrankungen, bei denen das Anlegen des Pneumoperitoneums nicht toleriert wird. Ein Teil der laparoskopisch begonnenen Eingriffe muss im Verlauf auf die offene Technik umgestellt werden – etwa wenn sich das Calot-Dreieck nicht sicher darstellen lässt, eine relevante Blutung auftritt oder unerwartete anatomische Varianten vorliegen. Diese sogenannte Konversionsrate wird in den Fallserien mit etwa zwei bis fünf Prozent angegeben.
Die Wahl der Technik richtet sich nicht allein nach der Präferenz des Operateurs, sondern nach dem klinischen Zustand, früheren Bauchoperationen, dem Ausmaß der Entzündung, dem Vorliegen einer Gallengangspathologie und der Erfahrung des chirurgischen Teams. Ist eine sichere Präparation im Calot-Dreieck wegen ausgeprägter Vernarbung nicht möglich, stellt die subtotale Cholezystektomie eine sicherheitsorientierte Alternative dar: Der Infundibulumanteil der Gallenblase wird belassen, der übrige Teil entfernt. Alle technischen Optionen werden anhand der präoperativen Bildgebung und des intraoperativen Befunds individuell abgewogen, um das Komplikationsrisiko so gering wie möglich zu halten. In erfahrenen Zentren ermöglicht die intraoperative Fluoreszenz-Cholangiographie mit Indocyaningrün eine Echtzeitdarstellung der Gallenwege und unterstützt das frühzeitige Erkennen anatomischer Varianten. Besteht zusätzlich Bedarf an einem weiteren Eingriff, kann die Cholezystektomie in derselben Sitzung mit einer Nabel- oder Leistenbruchoperation, einem adipositaschirurgischen Eingriff oder anderen Operationen im Oberbauch kombiniert werden – ein Vorgehen, das die Gesamterholungszeit verkürzt.
Wie lange dauert der Eingriff?
Die Operationsdauer hängt von der gewählten Technik, dem Entzündungsgrad der Gallenblase, den anatomischen Gegebenheiten und möglichen Begleiterkrankungen ab. Eine unkomplizierte, elektiv durchgeführte laparoskopische Cholezystektomie dauert im Durchschnitt fünfundvierzig bis neunzig Minuten. Etwa fünfzehn Minuten davon entfallen auf die Vorbereitung: Lagerung auf dem Operationstisch, Narkoseeinleitung, Hautdesinfektion und steriles Abdecken. Die eigentlichen chirurgischen Schritte – Präparation, Verschluss von Gallenblasengang und Gallenblasenarterie mit Clips sowie Ablösen der Gallenblase aus dem Leberbett – nehmen in der Regel eine halbe bis eine Stunde in Anspruch. Bei der offenen Cholezystektomie liegt die durchschnittliche Dauer bei sechzig bis hundertzwanzig Minuten, wobei der Verschluss der Bauchdecke die Gesamtzeit etwas verlängert.
Bei Eingriffen im Rahmen einer akuten Cholezystitis kann sich die Präparation durch Schwellung, Verwachsungen und entzündliche Wandverdickung erheblich verlängern. Sind seit Symptombeginn mehr als zweiundsiebzig Stunden vergangen, wird das Gewebe zunehmend verletzlich, wodurch sowohl die Operationszeit als auch das Konversionsrisiko steigen. Aus diesem Grund wird bei akuter Cholezystitis die frühzeitige laparoskopische Operation angestrebt: Ist der Zustand der Patientin oder des Patienten stabil, wird der Eingriff möglichst innerhalb der ersten zweiundsiebzig Stunden geplant. Liegen begleitend Steine im Hauptgallengang vor, verlängern eine intraoperative Cholangiographie oder eine laparoskopische Gallengangsrevision den Eingriff um etwa dreißig bis sechzig Minuten.
Weitere Einflussfaktoren sind der Body-Mass-Index und frühere Bauchoperationen. Bei ausgeprägtem Übergewicht können eine eingeschränkte Übersicht im Bauchraum, fettreiches Gewebe und eine erschwerte Trokarplatzierung die Operationszeit verlängern; nach Voroperationen im Oberbauch erfordert das Lösen von Verwachsungen zusätzliche Zeit. Bei jungen Patienten mit unkomplizierten, elektiven Befunden kann der Eingriff in erfahrenen Zentren auch in fünfunddreißig bis vierzig Minuten abgeschlossen sein. Die reine Dauer gilt jedoch nicht als Qualitätsmaßstab: Vorrang haben die sichere anatomische Darstellung, der schonende Umgang mit dem Gewebe und die Vermeidung von Komplikationen.
Wie verläuft die Erholungsphase nach der Operation?
Nach einer laparoskopischen Cholezystektomie verläuft die Erholung bei der großen Mehrheit der Patientinnen und Patienten zügig und komfortabel. Im Anschluss an den Eingriff erfolgt zunächst eine ein- bis zweistündige Überwachung im Aufwachraum, danach die Verlegung auf die Station; meist kann bereits am Abend des Operationstages mit dem Trinken und flüssiger Kost begonnen werden. Der stationäre Aufenthalt beträgt üblicherweise ein bis zwei Tage. In ausgewählten Fällen, in denen ERAS-Protokolle („Enhanced Recovery After Surgery") angewendet werden, ist auch ein ambulanter Eingriff mit Entlassung am selben Tag möglich. Nach einer offenen Cholezystektomie verlängert sich der Krankenhausaufenthalt auf drei bis fünf Tage, da die Bauchdeckenwunde langsamer heilt.
In der frühen postoperativen Phase stehen leichte Schmerzen an den Zugangsstellen, ein Blähungsgefühl und Schulterschmerzen im Vordergrund; Letztere entstehen durch die Reizung des Zwerchfells durch das Kohlendioxidgas und klingen in der Regel innerhalb von vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden von selbst ab. Zur Schmerzbehandlung genügen meist Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff werden die Patienten mobilisiert; das frühe Aufstehen senkt das Risiko für tiefe Venenthrombosen und Lungenkomplikationen. Da die kleinen Wunden mit feinem, selbstauflösendem Nahtmaterial oder Hautkleber versorgt werden, ist kaum Verbandspflege nötig; Duschen ist in der Regel ab dem zweiten Tag nach der Operation möglich.
Wer einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgeht, kann nach einem laparoskopischen Eingriff meist nach ein bis zwei Wochen wieder arbeiten; bei körperlich anstrengenden Berufen wird eine Pause von vier bis sechs Wochen empfohlen. Schweres Heben, Übungen, die die Bauchmuskulatur belasten, und Schwimmen sollten in den ersten vier bis sechs Wochen unterbleiben, während Spaziergänge, leichte Tätigkeiten im Haushalt und Treppensteigen schon früh ausdrücklich erwünscht sind. Zehn bis fünfzehn Tage nach dem Eingriff findet eine Kontrolluntersuchung statt: Der feingewebliche Befund wird besprochen, die Wunden werden kontrolliert und bei Bedarf wird eine ergänzende Bildgebung veranlasst. Selten treten Spätprobleme wie ein Narbenbruch am Nabelzugang, eine Infektion der Zugangsstellen oder anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch auf; werden sie früh erkannt, lassen sie sich in der Regel gut behandeln. Bei Fieber, Gelbsucht, ausgeprägter Druckempfindlichkeit des Bauches, anhaltender Übelkeit mit Erbrechen, zunehmender Bauchumfangsvermehrung oder galligem Sekret aus den Wunden sollte umgehend Kontakt mit dem chirurgischen Team aufgenommen werden. Bei den Nachsorgeterminen werden außerdem Essgewohnheiten, Gewichtsverlauf, Stuhlgang und mögliche Anzeichen eines Postcholezystektomie-Syndroms überprüft; falls erforderlich, werden weitere Bildgebung, Laboranalysen oder eine endoskopische Abklärung eingeplant.
Welche Untersuchungen und Vorbereitungen sind vor der Operation erforderlich?
Die präoperative Abklärung ist ein entscheidender Schritt für Sicherheit und Erfolg des Eingriffs. Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese: Erfragt werden der bisherige Verlauf des Gallensteinleidens, Schmerzattacken, frühere Gelbsucht- oder Pankreatitisepisoden sowie Warnzeichen wie Juckreiz, dunkler Urin und heller Stuhl. Ebenso sorgfältig werden Begleiterkrankungen dokumentiert – etwa Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Schilddrüsenerkrankungen oder Gerinnungsstörungen. Die aktuelle Medikation wird insbesondere im Hinblick auf gerinnungshemmende und plättchenhemmende Substanzen überprüft; einzelne Präparate werden vor der Operation pausiert oder auf eine überbrückende Therapie umgestellt.
Zum Standardlaborprogramm gehören Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Blutzucker, Gerinnungsparameter, Blutgruppenbestimmung und serologische Tests. Erhöhte Leberenzyme, ein Bilirubinanstieg oder eine erhöhte alkalische Phosphatase lenken den Verdacht auf eine Erkrankung des Hauptgallengangs; in diesem Fall wird eine MRCP zur genauen Beurteilung der Gallenwege veranlasst. In der Bildgebung erfolgt routinemäßig eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, bei der Wanddicke der Gallenblase, Anzahl und Größe der Steine, Durchmesser des Hauptgallengangs und Struktur des Lebergewebes beurteilt werden. Bei Patientinnen und Patienten über vierzig Jahren sowie bei bestehenden Herz-Lungen-Erkrankungen werden zusätzlich eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, ein EKG und eine kardiologische Mitbeurteilung eingeplant.
Ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung ist das Anästhesiegespräch. Dabei werden die Atemwege beurteilt, die ASA-Klassifikation erhoben, die Einstellung der Begleiterkrankungen überprüft und bei Bedarf Lungenfunktionstests durchgeführt. Feste Nahrung darf bis sechs bis acht Stunden, klare Flüssigkeiten bis zwei Stunden vor dem Eingriff aufgenommen werden. Stark behaarte Hautareale im Bereich der geplanten Zugänge werden rasiert, die Haut wird antiseptisch vorbereitet. Eine Antibiotikaprophylaxe wird in der Regel als Einmalgabe dreißig bis sechzig Minuten vor dem Eingriff verabreicht; zur Vorbeugung venöser Thromboembolien kommen mechanische und – falls erforderlich – medikamentöse Maßnahmen zum Einsatz. Rauchern wird empfohlen, möglichst mindestens zwei bis vier Wochen vor der Operation auf Tabak zu verzichten. Zur Vorbereitung gehören außerdem die Optimierung der Blutzuckereinstellung bei Diabetes, die Regulierung des Blutdrucks bei Hypertonie und die Anhebung des Hämoglobinwerts bei Blutarmut.
Wie sollte die Ernährung nach der Gallenblasenentfernung aussehen?
Nach der Entfernung der Gallenblase fließt die in der Leber gebildete Galle nicht mehr in einen Speicher, sondern kontinuierlich in den Zwölffingerdarm. Diese physiologische Umstellung verursacht bei den meisten Betroffenen langfristig keine nennenswerten Beschwerden; dennoch empfiehlt sich in der Anfangszeit eine schrittweise Anpassung der Ernährung. Am ersten Tag nach der Operation wird mit klaren Flüssigkeiten, lauwarmen Suppen und ungesüßtem Kompott begonnen; ab dem zweiten Tag folgt weiche, fettarme Kost. Gedünstetes Gemüse, weich gekochter Reis, magerer Weißkäse, Haferbrei, gegrilltes Hähnchen und gedämpfter Fisch werden in dieser Phase in der Regel gut vertragen.
In der ersten Woche empfiehlt sich eine fettarme Ernährung: Frittiertes, mayonnaisehaltige Soßen, Sahnedesserts, fettes rotes Fleisch, Butter, Rahm und Fast-Food-Produkte sollten gemieden werden. Auch Koffein, stark gewürzte Speisen, kohlensäurehaltige Getränke und sehr kohlenhydratreiche Lebensmittel sollten nur in begrenzten Mengen verzehrt werden. Günstig sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt – das entlastet die Verdauung und sorgt dafür, dass die Galle portionsweise in den Darm gelangt. Eine tägliche Trinkmenge von zwei bis zweieinhalb Litern hilft, Verstopfung und Verdauungsbeschwerden vorzubeugen.
Ab der dritten bis vierten Woche kann die Ernährung meist schrittweise wieder normalisiert werden. Gesunde Fettquellen wie Olivenöl, Walnüsse, Haselnüsse, Avocado und Fisch dürfen dann in maßvollen Portionen in den Speiseplan zurückkehren. Bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten tritt nach der Operation ein sogenannter Postcholezystektomie-Durchfall auf, der sich in der Regel innerhalb weniger Monate zurückbildet; ballaststoffreiche Kost, Vollkornprodukte, Hafer und lösliche Ballaststoffpräparate können die Beschwerden lindern. Bestehen dauerhafte Verdauungsprobleme, Gewichtsverlust, chronischer Durchfall oder eine Gelbfärbung der Haut, ist eine weiterführende Abklärung angezeigt; differenzialdiagnostisch kommen dann unter anderem Gallenwegsstrikturen, im Gallengang verbliebene Steine oder funktionelle Darmstörungen in Betracht. Für die langfristige Ernährungsplanung gelten allgemeine Empfehlungen wie regelmäßige körperliche Aktivität, ein Körpergewicht nahe dem Idealbereich, ein maßvoller Konsum von rotem Fleisch und zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche. Bei erhöhten Cholesterinwerten ist ein individuell abgestimmter Ernährungsplan unter diätologischer Begleitung sinnvoll – sowohl für den Verdauungskomfort als auch für das Herz-Kreislauf-Risikomanagement.
Welche Risiken und Komplikationen sind möglich?
In erfahrenen Händen ist die Cholezystektomie ein sicherer Eingriff; wie jede Operation birgt sie jedoch ein bestimmtes Risikoprofil. Zu den allgemeinen chirurgischen Risiken zählen Reaktionen auf die Narkose, Blutungen, Infektionen, tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien. Die durch das Kohlendioxid-Pneumoperitoneum bedingten vorübergehenden Kreislauf- und Atmungsveränderungen werden insbesondere bei Patienten mit Herz- und Lungenerkrankungen engmaschig überwacht. Verletzungen von Darm, Harnblase oder großen Gefäßen beim Einbringen der Trokare sind selten, zählen aber zu den ernsten Komplikationen. Beim offenen Vorgehen können zusätzlich Wundinfektionen, Narbenbrüche und Atemwegskomplikationen auftreten.
Die wichtigste eingriffspezifische Komplikation ist die Verletzung der Gallenwege. Eine Verletzung des Hauptgallengangs oder des Ductus hepaticus wird in etwa drei bis fünf von tausend Fällen beschrieben; die frühzeitige Erkennung und die Behandlung in einem Zentrum mit hepatobiliärer Expertise sind für den weiteren Verlauf von wesentlicher Bedeutung. Wird die Verletzung früh erkannt und fachgerecht rekonstruiert, wirkt sich dies maßgeblich auf die langfristige Prognose aus. Eine weitere relevante Komplikation ist das Galleleck aus dem Zystikusstumpf oder aus kleinen Gallenkanälchen; es tritt in etwa ein bis zwei Prozent der Fälle auf und lässt sich meist durch die endoskopische Einlage eines Stents oder eine perkutane Drainage erfolgreich behandeln. Steine, die während der Operation im Hauptgallengang unentdeckt bleiben („retained stones"), werden im Verlauf mittels ERCP entfernt.
Blutungen können aus dem Leberbett oder aus der Gallenblasenarterie auftreten und werden mit einer Häufigkeit von etwa einem Prozent angegeben. Am Nabelzugang kann sich im späteren Verlauf ein Narbenbruch entwickeln, wobei das Risiko bei ausgeprägtem Übergewicht erhöht ist. Selten kommen Wundinfektionen, Abszesse im Bauchraum oder das Postcholezystektomie-Syndrom mit anhaltenden Beschwerden im rechten Oberbauch vor. Dem Postcholezystektomie-Syndrom können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen – etwa eine Funktionsstörung des Sphincter Oddi, verbliebene Gallengangssteine, eine Gallenwegsstriktur oder eine funktionelle Dyspepsie; zur Abklärung sind Bildgebung und endoskopische Diagnostik erforderlich. Die Konversionsrate liegt bei zwei bis fünf Prozent; der Wechsel auf die offene Technik gilt dabei nicht als Misserfolg, sondern als Entscheidung im Interesse der Patientensicherheit. Grundlage der Risikominimierung sind ein erfahrenes Operationsteam, eine sorgfältige Patientenauswahl, die konsequente Darstellung des Calot-Dreiecks nach dem Prinzip des Critical View of Safety und der Einsatz der intraoperativen Cholangiographie, wann immer sie erforderlich erscheint.
Welches Narkoseverfahren wird angewendet?
Standardverfahren bei der Cholezystektomie ist die Allgemeinanästhesie (Vollnarkose). Sowohl beim laparoskopischen als auch beim offenen Vorgehen ist das Bewusstsein vollständig ausgeschaltet, und die Atmung wird über einen Beatmungsschlauch (endotracheale Intubation) gesichert. Da der durch das Kohlendioxid erhöhte Druck im Bauchraum das Zwerchfell nach oben verlagert und die Atemmechanik verändert, ist beim laparoskopischen Verfahren eine kontrollierte maschinelle Beatmung erforderlich. Zur Narkoseeinleitung werden üblicherweise Propofol, kurz wirksame Opioide und nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien eingesetzt; die Aufrechterhaltung erfolgt mit Inhalationsanästhetika oder als total intravenöse Anästhesie. Die Narkosedauer entspricht der Operationszeit und beträgt bei elektiven Eingriffen im Durchschnitt ein bis zwei Stunden.
Bei der anästhesiologischen Voruntersuchung werden die Anatomie der Atemwege, der Mallampati-Score, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule und die Mundöffnung sorgfältig geprüft. Erfragt werden zudem Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, eine Schlafapnoe, eine Refluxerkrankung sowie Erfahrungen mit früheren Narkosen. Die ASA-Klassifikation dient dabei als Leitschnur; bei Hochrisikopatienten werden eine erweiterte Überwachung und gegebenenfalls eine postoperative intensivmedizinische Betreuung bereits im Vorfeld eingeplant. Während des Eingriffs umfasst das Standardmonitoring EKG, nichtinvasive Blutdruckmessung, Pulsoxymetrie, Kapnographie und Messung der Körpertemperatur; in ausgewählten Fällen kommen eine invasive arterielle Druckmessung und ein zentraler Venenkatheter hinzu.
Die postoperative Schmerztherapie folgt dem Prinzip der multimodalen Analgesie: Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika werden kombiniert, bei Bedarf ergänzt durch kurzfristig eingesetzte schwache Opioide. Die lokale Betäubung der Zugangsstellen, der Transversus-abdominis-plane-Block (TAP-Block) und Wundinfiltrationen tragen zur frühen Schmerzkontrolle bei. Zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen werden während der Einleitung und in der postoperativen Phase Antiemetika verabreicht. Bei Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Herz-Lungen-Risiken kann in ausgewählten Fällen ein offener Eingriff unter Begleitung einer hohen thorakalen Epiduralanästhesie erwogen werden; das übliche Vorgehen bleibt jedoch die laparoskopische Operation in Vollnarkose. Am Koru Hospital in Ankara wird dieses Vorgehen in enger Abstimmung zwischen Allgemeinchirurgie, Anästhesiologie und Intensivmedizin umgesetzt; die Narkose- und Operationsplanung wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell festgelegt.
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