Die Intensivstation für Herz- und Gefäßchirurgie ist eine spezialisierte Einheit, in der die kritische Versorgung und Überwachung von Patienten nach Operationen am offenen Herzen sowie nach großen Gefäßchirurgie-Eingriffen durchgeführt wird. Die KVC-Intensivstation des Koru Krankenhauses bietet eine umfassende postoperative Betreuung, die von der lebenswichtigen Unterstützung bis zur hämodynamischen Stabilisierung nach kardiovaskulären Eingriffen reicht.
Patientengruppen auf der KVC-Intensivstation
Die wichtigsten chirurgischen Eingriffe, deren postoperative Versorgung in der Einheit erfolgt, sind:
- Koronararterien-Bypass-Graft (CABG)-Chirurgie: Nach On-Pump- und Off-Pump-Bypass-Operationen werden eine frühzeitige hämodynamische Überwachung, die Beurteilung der Graft-Durchgängigkeit sowie das Management möglicher postoperativer Komplikationen sichergestellt.
- Herzklappenchirurgie: Nach Operationen zum Ersatz mechanischer oder biologischer Prothesen sowie Klappenreparaturen werden das Antikoagulationsmanagement, die Kontrolle der Prothesenfunktion und eine Endokarditis-Prophylaxe durchgeführt.
- Aortenchirurgie: Nach Aortenaneurysma-Reparaturen, Notfalloperationen bei Aortendissektion und Komposit-Graft-Eingriffen wird eine intensive hämodynamische Überwachung der Patienten durchgeführt.
- Angeborene Herzchirurgie: Nach chirurgischen Korrekturoperationen bei angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter werden spezialisierte Pflegeprotokolle angewendet.
- Periphere Gefäßchirurgie: Nach Karotisendarterektomie, peripheren Arterien-Bypass-Operationen und endovaskulären Eingriffen erfolgt eine vaskuläre Überwachung.
Postoperative Behandlungsprotokolle
Die ersten Stunden und Tage nach einer kardiovaskulären Operation sind die kritische Phase, in der Komplikationen am häufigsten auftreten. Unsere in diesem Prozess angewandten Behandlungsprotokolle sind gemäß internationalen Leitlinien strukturiert:
Hämodynamische Stabilisierung
Durch arterielle Leitungen, zentralvenöse Katheter und Pulmonalarterienkatheter wird eine kontinuierliche hämodynamische Überwachung gewährleistet. Parameter wie Herzzeitvolumen, systemischer Gefäßwiderstand und gemischtvenöse Sauerstoffsättigung werden in Echtzeit überwacht, um inotrope und vasopressive Therapien präzise zu titrieren.
Atemunterstützung und Weaning
Der Prozess der sicheren Entwöhnung (Weaning) von der mechanischen Beatmung nach der Operation wird durch patientenindividuelle Protokolle gesteuert. Bei Fällen, die eine verlängerte Intubation erfordern, wird eine frühzeitige Tracheostomie in Betracht gezogen. Nicht-invasive mechanische Beatmung und hochflüssige nasale Sauerstofftherapie werden bei geeigneten Patienten als Unterstützung nach der Extubation eingesetzt.
Blutungs- und Koagulationsmanagement
Bei Koagulopathien, die nach einer kardiopulmonalen Bypass-Operation auftreten können, erfolgt eine zielgerichtete Transfusion von Blutprodukten unter Anleitung der Thromboelastographie (TEG). Durch die engmaschige Überwachung der mediastinalen Drainage werden Indikationen für chirurgische Revisionen zeitnah bewertet.
Nierenfunktion und Flüssigkeitshaushalt
Die stündliche Urinausscheidung, die Kreatininkinetik und der Flüssigkeitshaushalt werden sorgfältig überwacht. Bei Fällen mit akutem Nierenversagen kann eine kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) angewendet werden.
Infektionskontrolle
Um nosokomiale Infektionen wie chirurgische Wundinfektionen, Mediastinitis, katheterassoziierte Blutstrominfektionen und beatmungsassoziierte Pneumonien zu verhindern, werden strenge Protokolle zur Infektionskontrolle angewendet. Die Antibiotikaprophylaxe und empirische Therapie werden gemäß aktuellen Leitlinien angepasst.
Technologische Infrastruktur
Die Einheit ist an jedem Bett mit fortschrittlichen Lebenserhaltungssystemen ausgestattet, darunter Multiparameter-Patientenmonitore, Infusionspumpen, mechanische Beatmungsgeräte und intraaortale Ballonpumpen. Eine Unterstützung durch extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) kann bei Fällen von schwerem kardiogenem Schock und Atemversagen, die auf konventionelle Therapien nicht ansprechen, eingesetzt werden.
Frühmobilisation und Rehabilitation
Im Einklang mit aktuellen Erkenntnissen wird bei hämodynamisch stabilen Patienten eine frühe Mobilisation während des Intensivaufenthalts sichergestellt. Von Physiotherapeuten durchgeführte Atemübungen und stufenweise Mobilisationsprogramme verkürzen die Verweildauer auf der Intensivstation und beschleunigen die funktionelle Genesung.
Team und Kontinuität
Auf der KVC-Intensivstation arbeitet ein koordiniertes Team aus Fachärzten für Herz- und Gefäßchirurgie, Fachärzten für Anästhesiologie und Reanimation, intensivmedizinisch zertifiziertem Pflegepersonal und Kardiotechnikern zusammen. Der nahtlose Informationsfluss zwischen dem operierenden Chirurgen und dem Intensivteam ist die grundlegende Garantie für die Patientensicherheit.
Im KVC-Intensivbereich des Koru Krankenhauses stellen wir mit unserem erfahrenen Team sicher, dass unsere Patienten nach herz- und gefäßchirurgischen Eingriffen den sichersten Genesungsprozess durchlaufen.
