Behandlungszentren

Zentrum für Inkontinenzbehandlung

Unser Zentrum, das mit Beckenbodenrehabilitation, Biofeedback und chirurgischen Methoden bei der Behandlung von Harninkontinenz eine dauerhafte Lösung für das Inkontinenzproblem bietet, steht Ihnen zur Verfügung.

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100+Facharzt
3Krankenhaus

Das Koru Hastanesi Zentrum für Inkontinenztherapie bietet Dienstleistungen zur Diagnose und Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz mit einem multidisziplinären Ansatz an. Bei allen Beschwerden im Zusammenhang mit einer Beckenbodenfunktionsstörung erstellt unser erfahrenes Team aus Urologen, Gynäkologen sowie Spezialisten für Physiotherapie und Rehabilitation patientenspezifische Behandlungspläne.

Was ist Inkontinenz?

Harninkontinenz ist definiert als unwillkürlicher Urinverlust und stellt ein Gesundheitsproblem dar, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Obwohl sie in der Bevölkerung weit verbreitet ist, vermeidet ein erheblicher Teil der Patienten aus Schamgefühl die Suche nach medizinischer Hilfe. Dabei ist Inkontinenz ein Zustand, der mit der richtigen Diagnose und Behandlung weitgehend kontrolliert werden kann.

Harninkontinenz, die bei Frauen deutlich häufiger auftritt als bei Männern, steht in direktem Zusammenhang mit Faktoren wie Schwangerschaft, Geburt, Menopause und Beckenchirurgie. Bei Männern nimmt die Häufigkeit insbesondere in der Zeit nach einer Prostataoperation zu.

Inkontinenzformen

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Belastungsinkontinenz ist der unwillkürliche Urinverlust bei Aktivitäten, die den intraabdominalen Druck erhöhen, wie Husten, Niesen, Lachen, schweres Heben oder Sport. Die Hauptursache für diese Art der Inkontinenz ist die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und des urethralen Schließmechanismus. Eine Vorgeschichte vaginaler Geburten, chronischer Husten, Adipositas und fortgeschrittenes Alter sind die wichtigsten Risikofaktoren.

Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz)

Dranginkontinenz ist der Zustand, bei dem es zu einem plötzlichen und starken Harndrang kommt und Urin verloren geht, bevor die Toilette erreicht werden kann. Bei diesem Krankheitsbild, das eng mit dem überaktiven Blasensyndrom (ÜAB) verbunden ist, zeigt der Detrusormuskel unwillkürliche Kontraktionen. Neurologische Erkrankungen, Harnwegsinfektionen und Blasenreizungen gehören zu den auslösenden Faktoren.

Mischinkontinenz

Die Mischinkontinenz, bei der sowohl Belastungs- als auch Dranginkontinenz vorliegen, ist ein Zustand, der insbesondere bei Frauen mittleren und höheren Alters häufig auftritt. Bei der Behandlungsplanung ist es wichtig, die dominierende Komponente zu bestimmen.

Überlaufinkontinenz

Überlaufinkontinenz äußert sich durch eine überfüllte Blase, die sich nicht vollständig entleeren kann, was zu einem ständigen tröpfchenweisen Urinverlust führt. Eine Blasenauslassobstruktion oder eine Detrusor-Insuffizienz sind die zugrunde liegenden Ursachen. Bei Männern ist die benigne Prostatahyperplasie (BPH) der häufigste Faktor.

Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz (anale Inkontinenz) ist der Verlust der Kontrolle über Blähungen oder Stuhl. Geburtsbedingte Schließmuskelverletzungen, neurologische Erkrankungen, Beckenbestrahlungen und Analsphinkter-Dysfunktion sind die Hauptursachen. In unserem Zentrum werden Harn- und Stuhlinkontinenz gemeinsam bewertet und behandelt.

Diagnose- und Bewertungsmethoden

Eine korrekte Behandlungsplanung beginnt mit einer umfassenden diagnostischen Bewertung. Die in unserem Zentrum angewandten Diagnosemethoden sind:

  • Detaillierte Anamnese: Häufigkeit des Urinverlusts, Menge, auslösende Faktoren und Auswirkungen auf die Lebensqualität
  • Miktionstagebuch: Aufzeichnung der Flüssigkeitsaufnahme und Urinausscheidung über 3-7 Tage
  • Körperliche Untersuchung: Beckenuntersuchung, Husten-Stress-Test, Q-Tip-Test
  • Urodynamische Untersuchung: Zystometrie, Druck-Fluss-Studie, Harnröhrendruckprofil
  • Beckenbodensonographie: Beurteilung von Muskeln und Schließmuskeln mittels transperinealem oder endoanalem Ultraschall
  • Zystoskopie: Visuelle Beurteilung von Pathologien in der Blase
  • Pad-Test: Objektive Messung der Urinverlustmenge
  • Elektromyographie (EMG): Beurteilung der Aktivität der Beckenbodenmuskulatur

Konservative Behandlungsmethoden

Beckenbodentraining (Kegel-Übungen)

Die Beckenbodenrehabilitation ist der Grundpfeiler der Inkontinenztherapie. Die unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführten Kegel-Übungen zielen darauf ab, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken und die Koordination zu verbessern. Mit einem regelmäßigen Trainingsprogramm wird bei einem Großteil der Patienten mit Belastungsinkontinenz eine deutliche Besserung erzielt.

Biofeedback-Therapie

Biofeedback ist eine Methode, bei der die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur über elektronische Sensoren gemessen und dem Patienten visuelles oder akustisches Feedback gegeben wird. Durch diese Technik lernen Patienten, die richtigen Muskelgruppen anzuspannen und zu entspannen. Die Biofeedback-Therapie ist besonders vorteilhaft für Patienten, die ihre Beckenbodenmuskulatur nicht isolieren können, sowie bei Patienten mit Beckenboden-Koordinationsstörungen.

Elektrostimulationstherapie

Die auf die Beckenbodenmuskulatur angewandte elektrische Stimulation wird eingesetzt, um die Muskelkraft zu erhöhen und die Symptome einer überaktiven Blase zu reduzieren. Die tibiale Nervenstimulation (PTNS) und die intravaginale/intrarektale Elektrostimulation gehören zu den in unserem Zentrum angewandten Methoden.

Blasentraining

Blasentraining ist der erste therapeutische Ansatz bei Dranginkontinenz. Die schrittweise Verlängerung der Miktionsintervalle, Techniken zur Unterdrückung des Harndrangs und die Regulierung der Flüssigkeitsaufnahme sind Bestandteile dieses Programms. Innerhalb eines dreimonatigen Zeitraums wird bei der Mehrheit der Patienten eine deutliche Symptomverbesserung beobachtet.

Pharmakologische Behandlung

Zur Behandlung der überaktiven Blase werden Anticholinergika (Oxybutynin, Tolterodin, Solifenacin) und Beta-3-Agonisten (Mirabegron) eingesetzt. Die Medikamentenauswahl erfolgt unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, Begleiterkrankungen und des Nebenwirkungsprofils. Bei postmenopausalen Frauen ist die topische Östrogenbehandlung eine wirksame Option bei Inkontinenzsymptomen im Zusammenhang mit urogenitaler Atrophie.

Chirurgische Behandlungsoptionen

Mid-Urethral-Sling-Operationen (Schlingenoperationen)

Bei Belastungsinkontinenz, die nicht auf eine konservative Therapie anspricht, ist die Mid-Urethral-Sling-Operation der chirurgische Goldstandard. Die Techniken TVT (Tension-free Vaginal Tape) und TOT (Trans-Obturator Tape) bieten hohe Erfolgsraten bei minimalinvasivem Ansatz.

Burch-Kolposuspension

Die laparoskopisch oder offen chirurgisch durchgeführte Burch-Kolposuspension sorgt für die Aufhängung des Blasenhalses am retroperitonealen Gewebe. Dies ist eine bevorzugte Methode bei Patienten, die gleichzeitig eine Beckenoperation benötigen.

Botulinumtoxin-Injektion

Bei einer überaktiven Blase, die resistent gegen pharmakologische Behandlungen ist, wird unter zystoskopischer Kontrolle Botulinumtoxin (Botox) in den Detrusormuskel injiziert. Dieser Eingriff reduziert unwillkürliche Detrusorkontraktionen und kontrolliert so die Symptome von Drang und Dranginkontinenz.

Sakrale Neuromodulation

Die sakrale Neuromodulation (InterStim-Therapie) ermöglicht die Regulierung der Blasen- und Beckenbodenfunktionen durch elektrische Stimulation der sakralen Nervenwurzeln. Sie wird bei resistenter überaktiver Blase, chronischer Harnretention und Stuhlinkontinenz eingesetzt.

Inkontinenz bei speziellen Patientengruppen

Inkontinenz in der Schwangerschaft und nach der Geburt

Der erhöhte Uterusdruck und hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft schwächen die Beckenbodenmuskulatur und bereiten den Boden für Inkontinenz. Perineale Traumata und Nervenschäden, die während einer vaginalen Geburt auftreten können, erhöhen das Risiko für eine postpartale Inkontinenz. In unserem Zentrum werden Beckenrehabilitationsprogramme für die Zeit nach der Geburt angeboten.

Inkontinenz in der Menopause

Der Abfall des Östrogenspiegels in der Menopause führt zu einer Atrophie der urogenitalen Schleimhaut und einer Schwächung des Beckenstützgewebes. Lokale Östrogenbehandlung und Beckenbodenübungen bilden in dieser Zeit die Grundlage der Behandlung.

Inkontinenz nach Prostataoperationen

Nach einer radikalen Prostatektomie kann bei einem Teil der Männer eine vorübergehende oder dauerhafte Belastungsinkontinenz auftreten. Beckenbodenübungen, Biofeedback und bei Bedarf die Implantation eines künstlichen Harnschließmuskels (AUS) gehören zu den Behandlungsoptionen.

Lebensqualität und psychosoziale Unterstützung

Inkontinenz kann über die körperlichen Beschwerden hinaus zu schwerwiegenden psychosozialen Folgen wie sozialer Isolation, Depression und sexueller Dysfunktion führen. In unserem Zentrum werden Patientenaufklärung, Verhaltensberatung und bei Bedarf psychologische Unterstützungsdienste in den Behandlungsprozess integriert.

Im Koru Hastanesi Zentrum für Inkontinenztherapie sorgen wir mit unserem Expertenteam dafür, dass unsere Patienten ihre Lebensqualität zurückgewinnen, indem wir umfassende Diagnose- und Behandlungsleistungen für Harninkontinenzprobleme anbieten.

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