Behandlungszentren

Jugendgesundheit

Für Wachstumsverzögerung, hormonelle Veränderungen, Ernährungsprobleme und den Bedarf an psychologischer Unterstützung während der Pubertät werden umfassende Nachsorgedienste für die Jugendgesundheit angeboten.

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Die Pubertät ist eine kritische Entwicklungsphase, in der der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter stattfindet und umfassende körperliche, hormonelle, psychologische und soziale Veränderungen gleichzeitig ablaufen. Gesundheitsprobleme, die in dieser Zeit auftreten, können bleibende Auswirkungen auf das Erwachsenenalter haben, wenn sie nicht rechtzeitig und mit dem richtigen Ansatz behandelt werden. Die Abteilung für Jugend- und Adoleszentengesundheit ist ein spezialisierter klinischer Bereich, der die medizinischen, entwicklungsbedingten und psychosozialen Bedürfnisse von Individuen im Alter zwischen 10 und 21 Jahren aus einer ganzheitlichen Perspektive bewertet.

Beurteilung der pubertären Entwicklung

Der normale Pubertätsprozess beginnt mit der Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse und ist im Durchschnitt innerhalb von zwei bis fünf Jahren abgeschlossen. Bei Mädchen beginnt dieser Prozess mit der Brustentwicklung (Thelarche) und führt bis zur Menarche (erste Menstruationsblutung) zur Reifephase, während bei Jungen die Zunahme des Hodenvolumens als erstes Anzeichen beobachtet wird.

In der Poliklinik für Jugendgesundheit werden folgende pubertätsbezogene Zustände bewertet:

  • Vorzeitige Pubertät (Pubertas praecox): Hormonelle Beurteilung, Knochenalterbestimmung und bei Bedarf Diagnose mittels GnRH-Stimulationstest bei Auftreten sekundärer Geschlechtsmerkmale vor dem achten Lebensjahr bei Mädchen bzw. dem neunten Lebensjahr bei Jungen.
  • Pubertas tarda (verzögerte Pubertät): Durchführung endokrinologischer und genetischer Untersuchungen, wenn bei Mädchen im Alter von dreizehn bzw. bei Jungen im Alter von vierzehn Jahren keine Anzeichen der Pubertät auftreten.
  • Pubertätsvarianten: Differentialdiagnose und Langzeitnachsorge isolierter Befunde wie vorzeitige Thelarche, vorzeitige Adrenarche und vorzeitige Menarche.
  • Gynäkomastie: Differenzierung physiologischer und pathologischer Ursachen für das Brustdrüsenwachstum bei männlichen Jugendlichen.

Überwachung von Wachstum und Entwicklung

Der pubertäre Wachstumsschub (pubertal growth spurt) ist eine kritische Phase für die Bestimmung der endgültigen Körpergröße. Bei Jugendlichen mit verlangsamter Wachstumsgeschwindigkeit oder deutlichem Kleinwuchs im Vergleich zu Gleichaltrigen wird ein systematischer Bewertungsprozess angewendet.

  • Anthropometrische Beurteilung: Vergleich von Körpergröße, Gewicht, Body-Mass-Index und Wachstumsgeschwindigkeit mit alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilkurven.
  • Bestimmung des Knochenalters: Beurteilung der Skelettreife mittels Röntgenaufnahme der linken Hand/des Handgelenks und Berechnung der prognostizierten Endgröße.
  • Hormonprofil: Untersuchung der Spiegel von Wachstumshormon, IGF-1, Schilddrüsenfunktionswerten und Geschlechtshormonen.
  • Genetische Beurteilung: Screening auf Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom und andere chromosomale Anomalien.
  • Ernährungsphysiologische Beurteilung: Feststellung von Mangelernährung durch Kontrolle der Eisen-, Zink-, Vitamin D-, B12- und Kalziumspiegel.

Adipositas und Metabolisches Syndrom

Die Prävalenz von Adipositas im Jugendalter ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ein Body-Mass-Index über der 95. Perzentile für das Alter wird als Adipositas definiert. Bei adipösen Jugendlichen können metabolische Komplikationen wie Insulinresistenz, Dyslipidämie, Fettleber und Typ-2-Diabetes bereits in jungen Jahren auftreten. Es wird ein multidisziplinärer Behandlungsansatz angewendet, der individuelle Ernährungspläne, Bewegungsempfehlungen und verhaltenstherapeutische Interventionen umfasst.

Psychische Gesundheit von Jugendlichen und psychologische Unterstützung

Die Pubertät ist eine Phase, in der psychosoziale Herausforderungen wie Identitätsbildung, Beziehungen zu Gleichaltrigen, akademischer Druck und Veränderungen in der Familiendynamik zunehmen. Die Bereitstellung psychologischer Unterstützung in integrierter Form mit der medizinischen Beurteilung ist ein Grundprinzip des ganzheitlichen Ansatzes zur Jugendgesundheit.

In der Abteilung für Jugendgesundheit werden folgende Themen der psychischen Gesundheit bewertet:

  • Depression und Angststörungen: Früherkennung von affektiven Störungen, die bei Jugendlichen häufig mit sozialem Rückzug, Motivationsverlust, Schlafstörungen und somatischen Beschwerden einhergehen.
  • Essstörungen: Diagnose, Ernährungsrehabilitation und Psychotherapieplanung bei Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung.
  • Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Neuropsychologische Beurteilung bei Beschwerden wie verminderter akademischer Leistung, Konzentrationsschwierigkeiten und Impulsivität.
  • Substanzkonsum: Frühes Screening auf Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, Risikobewertung und Weiterleitung.
  • Cybermobbing und Einfluss sozialer Medien: Bewertung der Auswirkungen negativer Erfahrungen im digitalen Raum auf die psychische Gesundheit.
  • Suizidrisiko-Screening: Identifizierung von Risikofaktoren und Erstellung eines präventiven Interventionsplans.

Management chronischer Krankheiten und Transition

Das Management von chronischen Krankheiten, die bereits in der Kindheit diagnostiziert wurden, bringt im Jugendalter krankheitsspezifische Herausforderungen mit sich. Chronische Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Asthma, Epilepsie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und rheumatologische Erkrankungen erfordern einen speziellen Ansatz zur Förderung der Selbstpflegekompetenzen des Jugendlichen und zur Sicherstellung der Therapietreue.

Im Rahmen des Transition-Care-Programms wird ein schrittweiser Befähigungsprozess durchgeführt, damit der Jugendliche die Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernehmen kann. Der Übergang vom pädiatrischen Team zur medizinischen Versorgung für Erwachsene erfolgt geplant und koordiniert.

Jugendgynäkologie

Gynäkologische Probleme wie Menstruationsstörungen, Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutung), Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) und das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) sind bei weiblichen Jugendlichen häufige klinische Befunde. Diese Beschwerden werden systematisch durch hormonelle Beurteilung, Becken-Ultraschall und bei Bedarf durch weiterführende Untersuchungen abgeklärt.

Aufklärung über sexuelle Gesundheit, Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und Informationen zur reproduktiven Gesundheit bilden die präventivmedizinische Dimension der Jugendgynäkologie.

Impfungen und präventive Gesundheitsdienste

Das im Jugendalter zu vervollständigende Impfprogramm und die präventiven Gesundheitsuntersuchungen umfassen:

  • Vervollständigung fehlender Dosen der Hepatitis-B-Impfung
  • HPV-Impfung (Humanes Papillomvirus)
  • Meningokokken-Impfung
  • Td/Tdap-Auffrischimpfungen
  • Seh- und Hörscreening
  • Skoliose-Screening
  • Blutdruckmessung und Lipidprofil-Screening (bei familiären Risikofaktoren)

Sportmedizin und Beratung zu körperlicher Aktivität

Die gesundheitliche Beurteilung vor der Teilnahme an sportlichen Aktivitäten ist wichtig, um den plötzlichen Herztod und Verletzungen des Bewegungsapparates bei Jugendlichen zu verhindern. Im Rahmen der sportärztlichen Untersuchung werden ein kardiovaskuläres Screening, eine orthopädische Beurteilung und eine Ernährungsberatung angeboten. Auch das Management sportspezifischer Gesundheitsprobleme wie das Übertrainingssyndrom, Sportanämie und Stressfrakturen fällt in diesen Bereich.

Im Koru Krankenhaus Zentrum für Jugend- und Adoleszentengesundheit bewerten wir mit unserem Expertenteam die körperlichen, hormonellen und psychologischen Gesundheitsbedürfnisse von Jugendlichen mit einem ganzheitlichen Ansatz. Unser multidisziplinäres Team, bestehend aus Spezialisten für Pädiatrie, Endokrinologie, Psychiatrie, Gynäkologie und Ernährung, bietet Diagnose-, Behandlungs- und Beratungsdienste an, die auf den individuellen Entwicklungsprozess jedes Jugendlichen zugeschnitten sind.

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